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Suburbicon

Komödie, USA 2017, 106 min

Wie unter einer großen Käseglocke leben die Bewohner von Suburbicon, wo ausnahmslos Mittelschicht-Weiße in einer 1959er Postkartenidylle ihre Vorgärten pflegen. Als hätte David Lynch die Regie während einer Fortsetzung der Truman-Show gewaltsam an sich gerissen, wechselt die Handlung plötzlich zu Gewalt und Totschlag. Um genau zu sein, waren es die Coen-Brüder, die hier ihren Einfall an Regisseur George Clooney vererbten. Die Geschichte vom phlegmatischen Familienvater Gardner (Matt Damon), der die Lieben daheim überfallen und es so aussehen lässt, als hätte unglücklicherweise nur seine Ehefrau Rose (Julianne Moore) das Pech, nicht mit einem Schrecken allein davonzukommen, blieb lange Zeit im Schreibtisch der Coens. Und weil sich ein George Clooney nicht zufrieden gibt mit einem bösen Mann, der seine behinderte Frau wegen der Versicherungssumme und wegen des Hinterns der baugleichen, aber noch intakten Zwillingsschwester Margaret umbringen lässt, existiert hier also noch ein zweiter Handlungsstrang. Wo die Bürger des Ortes ihre sorgsam gehegte Kleinstadtfassade plötzlich niederbrennen, weil sich eine farbige Familie in ihrer Mitte niederlässt. Sorgsam hat Clooney diesen Teil amerikanischer Geschichte recherchiert, um ihn irgendwie in seinen Film einzubauen. Glaubt man zu Beginn noch, beide Hälften bekämen es miteinander zu tun, die doppelbödige Farce und das soziale Drama reichten sich am Gartenzaun vielleicht die Hände, erkennt man schnell, die Ereignisse galoppieren in unterschiedliche Richtungen davon.
Alpa Kino