Originalfassung
TRAILER

Alles Geld der Welt

Thriller, USA 2017, 133 min

»Alles Geld der Welt« war in den letzten Monaten so oft im Gespräch, dass man allein schon über die Geschichte hinter dem Film einen eigenen Film drehen könnte: In der Originalversion, noch mit Kevin Spacey besetzt, mussten dessen Szenen nach den Missbrauchsvorwürfen gegen ihn mit Christopher Plummer nachgedreht werden. Anschließend war es dieser Nachdreh und der dafür gezahlte horrende Gehaltsunterschied zwischen Mark Wahlberg und Michelle Williams, die es in die Nachrichten schafften. Nicht minder viel Drama hat die wahre Geschichte zu bieten, die der Film behandelt: die Entführung des 16-jährigen John Paul Getty III., Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten John P. Getty im Sommer 1973. Die Kidnapper, Mitglieder der italienischen ’Ndrangheta-Mafia, verlangen von Getty (Plummer) 17 Mio. Dollar Lösegeld. Der Tycoon wittert eine Inszenierung und fürchtet bei insgesamt 14 Enkeln Nachahmer, so dass er das Geld nicht zahlen will. Als die Entführer zusätzlich zu weiteren Drohungen ein abgeschnittenes Ohr mitschicken, engagiert John Pauls Mutter Gail (Williams) einen ehemaligen CIA-Vermittler (Wahlberg), um ihren Sohn zu befreien. Der Rest ist (Film)Geschichte und man darf zusammenfassen: Ridley Scott hat alles richtig gemacht! Christopher Plummer als kühler Getty ist herausragend besetzt. Wäre es bei der Spacey-Version geblieben, hätte dieser Charakter stets einen bitteren Beigeschmack gehabt. So werden die Ereignisse rund um den Film zwar stets mitschwingen - uns Kinogängern bleibt jedoch ein filmisches Meisterwerk mit beeindruckenden Darstellern und einem herausragenden Regisseur.
Viktoria Franke