SCHWERPUNKT EUROPA 2: Grenzgebiete

Sonderveranstaltung

Das Programm „Grenzgebiete“ präsentiert ein Europa der mangelnden Utopien und fragt sich, wo – in vielerlei Hinsicht – Europa beginnt und wo endet. Der Zerfall Jugoslawiens, der in Jasmila Žbanićs „Geburtstag“ thematisiert wird, zeigt deutlich auf, dass eine Antwort auf diese Frage nur schwer möglich ist.

OF mit engl. und deutschen UT

Europa
Ted Gaier, Ariane Andereggen, Deutschland 2013, 4:40 min, Spielfilm
Ausgehend vom Punk-Klassiker „Zurück zum Beton“ der Band S.Y.P.H. werden Assoziationsketten zu Europa geknüpft. Es ist kein Melting-Pot, keine grandiose Idee, sondern eine Aneinanderreihung von Raffinerien, Hochspannungsmasten, Orten und Nicht-Orten. Keine Utopie, aber besser als dumpfer Nationalismus.

České Velenice Evropské
Jan Gogola, Oesterreich 2004, 25:16 min, Dokumentarfilm
inwohner von České Velenice zeigen mittels Grenzsteinen ihre Version von Identität und Nation. Der Bürgermeister entwirft das Bild eines Naturortes, die Kulturreferentin wird zur Säulenheiligen der Kultur, der Philosoph klettert auf Zäune und Dächer, um der Unendlichkeit des Sternenhimmels näher zu kommen.

Geburtstag
Jasmila Žbanić, Bosnien und Herzegowina 2005, 13:04 min, Dokumentarfilm
Die beiden zehnjährigen Schulmädchen Dunja und Ines leben in Mostar. Bis jetzt sind sie sich noch nie begegnet, denn der Fluss Neretva trennt ihre beiden Stadtteile voneinander. Doch im Sommer 2004 soll die berühmte historische Brücke, die während des Krieges zerstört wurde, wiedereröffnet werden.

Revue
Urte Alfs, Deutschland 2016, 14 min, Dokumentarfilm
Gedreht bei Militärmusikfestivals, Schützenvereinen, Marschwettbewerben, Paraden, Turnvereinen geht es um die Faszination für Menschen, die im Gleichschritt marschieren, und die Begeisterung für Präzision. Was passiert, wenn man diese Massen beobachtet? Und wann fängt es an, angstauslösend zu werden?

Camera Threat
Bernd Lützeler, Deutschland 2017, 29:59 min, Experimentalfilm
Ein Regisseur und eine Schauspielerin sitzen auf einer Casting-Couch und verlieren sich in Dialogen über die Auswirkungen einer Welt, die sich nicht um die Unterscheidung zwischen Fakt und Fiktion zu scheren scheint. Ein Film im Stil der aus dem indischen Unterhaltungskino bekannten sogenannten Masala-Formel.