SCHWERPUNKT EUROPA 1: Der Freiheit eine Gasse

Sonderveranstaltung

„Die Zeit der Kunst ist eine andere als die Zeit der Politik. Das berührt sich nur manchmal, und wenn man Glück hat, entstehen Funken“, sagte der Dramatiker Heiner Müller 1990. In diesem Programm werden die Funken deutlich sichtbar, aber auch die Euphorie wird nachvollziehbar, die in Deutschland unmittelbar nach dem Mauerfall herrschte.

OF mit engl. und deutschen UT

Blicke von außen
Cynthia Beatt, Deutschland 1988, 28:17 min, Experimentalfilm
1988, West-Berlin ist eine isolierte Insel des kapitalistischen Westens im kommunistischen Osteuropa. Der Film folgt Tilda Swinton und ihren Gedanken, während sie entlang des Eisernen Vorhangs, des ikonischen Symbols des Kalten Krieges, die Gegend mit dem Fahrrad erkundet. Der Film folgt Tilda Swinton und ihren Gedanken, während sie West-Berlin entlang des 96 Meilen langen, ikonischen Symbols des Kalten Krieges mit dem Fahrrad umrundet.

Llaw
Penelope Buitenhuis, Deutschland 1990, 9:05 min, Experimentalfilm
LLAW („Wall“ rückwärts) ist als persönliches Tagebuch konzipiert, um fünf Tage rund um den Fall der Berliner Mauer darzustellen. Die internationalen Medien schilderten diesen geschichtlichen Einschnitt als „Triumph der Demokratie“. Penelope Buitenhuis fragt sich, ob es eher ein Triumph des Kapitalismus war.

Imbiß-Spezial
Thomas Heise, DDR 1990, 27 min, Dokumentarfilm
Der Bahnhof Berlin-Lichtenberg in der Zeit der beginnenden Auflösung der DDR. Die Arbeit der Kollegen von Imbiß-Spezial zur Versorgung derer, die unterwegs sind, vor dem Hintergrund amtlicher Erfolgsmeldungen und Verlautbarungen, in denen die Zeit von August bis Oktober zur Agonie des Wartens auf das Ende gerinnt.

Die Beichte
Jochen Kuhn , Deutschland 1990, 10:15 min, Animationsfilm
Der Film lässt Papst Johannes Paul II. und Erich Honecker aufeinandertreffen. Der Kampf der Ideologien und Religionen scheint beendet zu sein; er hat nichts als Banalitäten und Peinlichkeiten hinterlassen. Die Begegnung der großen Persönlichkeiten der 80er-Jahre endet mit einer nahezu zärtlichen Versöhnung.