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System Error - Wie endet der Kapitalismus?

Dokumentation, Deutschland 2018, 97 min

Es ist verrückt: Wir sehen die schwindenden Regenwälder und Gletscher, wissen um die Endlichkeit der Natur und sind dennoch wie besessen vom Wirtschaftswachstum. Warum treiben wir das Wachstum immer weiter, obwohl wir wissen, dass man auf unserem endlichen Planeten nicht unendlich wachsen kann?
Die Dokumentation sucht Antworten auf diesen großen Widerspruch unserer Zeit und macht begreifbar, warum trotzdem alles so weiter geht wie gehabt. Der Film zeigt die Welt aus der Perspektive von Menschen, die von den Möglichkeiten des Kapitalismus fasziniert sind. Ob europäische Finanzstrategen, amerikanische Hedgefondsmanager oder brasilianische Fleischproduzenten: Eine Welt ohne eine expandierende Wirtschaft können, dürfen oder wollen sie sich gar nicht erst vorstellen.
Regisseur Florian Opitz (»Der große Ausverkauf«), zweifacher Grimme-Preisträger, der mit seinen preisgekrönten Dokumentarfilmen gesellschaftlich viel diskutierte Phänomene unserer Zeit aufgreift, taucht mit »System Error« ein in die Welt des real existierenden Kapitalismus. Er betrachtet diese aus der Perspektive der „Kapitalisten“, die das große Wachstumsrad mit fast religiösem Eifer immer weiter antreiben und Wirtschaftswachstum quasi für ein Naturgesetz halten.
Dabei trifft er auf so unterschiedliche „Player” wie den Hegefonds- und Ex-Berater Donald Trumps Anthony Scaramucci, den chinesischen Airbus Präsidenten Eric Chen, den Chefinvestor der Allianz Andreas Gruber, Carlos Capeletti, den größten Hühnerproduzenten Brasiliens und Tim Jackson, Ökonom und Wachstumskritiker. Opitz macht die Absurdität des Systems auf beklemmende Weise spürbar und stellt die scheinbar unumstößlichen Spielregeln des Großen und Ganzen in Frage.
Dem Film gelingt es, bisher häufig verborgen gebliebene Zusammenhänge zu beleuchten und die selbstzerstörerischen Zwänge des Systems offen zu legen - ein System, an dem wir alle teilhaben als Beschäftigte, Anleger oder Konsumenten. Denn der Kapitalismus durchdringt unaufhörlich immer mehr Lebensbereiche, verschlingt die Natur und gräbt sich am Ende selbst das Wasser ab - so wie es Karl Marx schon vor 150 Jahren prophezeit hat.
Die Frage ist: Sind wir tatsächlich bereit, für den Kapitalismus alles zu opfern?
ak