Originalfassung mit UT
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Isle of Dogs - Ataris Reise

Animation/Komödie, USA 2018, 102 min

Der neue Wes-Anderson-Film ist da! Nach vier Jahren Pause drohten Fans ernste Entzugserscheinungen. Und Stop-Motion-Freunde werden besonders dankbar dafür sein, dass Anderson nach »Der phantastische Mr. Fox« endlich wieder einen Animationsfilm gedreht hat - im übrigen der erste seiner Art, mit dem eine Berlinale eröffnet wurde.
Japan in 20 Jahren. Böse Zukunftsmusik. Die Hundegrippe ist ausgebrochen und der korrupte Katzenfreund und Bürgermeister Kobayashi nutzt diese Gelegenheit, um alle Hunde auf die Insel Trash Island, eine riesige Mülldeponie, zu verbannen. Was der Sicherheit der Bürger zu dienen scheint, ist vor allem ein Ablenkungsmanöver von anderen dubiosen Aktionen. Immerhin kommt er nicht sofort auf die Idee, alle zu töten, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Sein Pflegesohn Atari, dessen Hund Spots von der Verbannung nicht ausgenommen wurde, macht sich auf den Weg, um Spots zu suchen. Auf der Insel trifft er auf ein beeindruckendes Rudel von Alphahunden, die ihn unterstützen - eine wilde Reise beginnt, die das Schicksal der ganzen Präfektur entscheidend verändern könnte. Flankiert wird der Trip von der amerikanischen Austauschschülerin Tracy Walker (Greta Gerwig), die auf den Spuren Ataris unterwegs ist und nebenbei eine Verschwörung aufdeckt. Die Hunde-Crew punktet mit den Stimmen von Bill Murray, Bryan Cranston, Edward Norton, Jeff Goldblum und Bob Balaban. Den Cast zieren weitere prominente Namen bis hin zum allerkleinsten Auftritt - schon klar, bei Anderson wollen immer alle mitmachen… auch Yoko Ono, Scarlett Johansson und Tilda Swinton, die sowieso immer überall dabei ist.
»Isle of Dogs - Ataris Reise« überzeugt wie alle vorhergehenden Filme des Regisseurs mit überbordender Detailfreude, schwarzgrundiertem, trockenen Humor und lässigem Soundtrack. Trotz oder vielleicht gerade wegen der optischen Niedlichkeit sind die aktiven Rollen durchweg mit männlichen Helden besetzt - bleibt also abzuwarten, wie sich Wes Anderson in seinen nächsten Filmen zu Geschlechterrollen verhält. In diesem Film sind es die herkömmlichen - und warum die Aufwieglerin eine Amerikanerin und keine Einheimische ist, darf sich Wes Anderson jetzt schon fragen lassen.
Grit Dora