Originalfassung mit UT
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Voll verschleiert

franz.O.m.dt.U.
Komödie, Frankreich 2017, 88 min

Filme über Migration, Integration und Vorurteile sind in Frankreich seit Jahren im Trend. Manche gelingen besser, manche schlechter. »Voll verschleiert« - das Spielfilmdebüt der iranischen Regisseurin Sou Abadi - schwimmt dabei in der oberen Hälfte mit.
Die Geschichte handelt von dem Liebespaar Armand (Félix Moati) und Leila (Camélia Jordana). Beide studieren Wirtschaftswissenschaften und sind bis über beide Ohren ineinander verliebt. Doch ihre Beziehung gefällt keiner der beiden Familien so richtig. Armands Eltern sind bereits vor Jahrzehnten aus ihrer Heimat, dem Iran, geflohen und leben als Frauenrechtlerin und Kommunist ein westliches Leben. Leila bekommt auf Grund ihrer Liebe zu Armand Probleme mit ihrem Bruder Mahmoud (William Lebghil), der nach einem Aufenthalt im Jemen radikalisiert nach Frankreich zurückkehrt und versucht seiner Schwester seinen neuen Lebensweg aufzudrücken. Da passt ein Nicht-Moslem natürlich nicht ins Bild. Das erste Treffen zwischen Armand und Mahmoud endet schließlich in Gewalt, und so muss der Verliebte sich etwas einfallen lassen, um seiner Leila weiterhin nah sein zu können. Kurzerhand verwandelt er sich mittels eines Niqab zu der voll verschleierten Scheherezade, die fortan als neue Freundin der Schwester im Haus ein- und ausgeht. Dass Armand als Frau allerdings den Fanatiker mitten ins Herz trifft, damit konnte das Paar nicht rechnen und damit beginnt der Schlamassel erst so richtig.
Der Film startet stark, entwickelt sich dann zusehends zu einer Slapstick-Komödie, die manche Klischees unnötigerweise mitnimmt und den durchaus sinnvollen, kritischen Part weitestgehend außer Acht lässt. Schade eigentlich. Dennoch ein durchweg unterhaltsames Debüt der Filmemacherin, das man gesehen haben sollte.
juko