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Fahrenheit 11/9

Dokumentation/Politik, USA 2018, 128 min

Michael Moore recycelt einen seiner Filmtitel und sofort fragt man sich, welches der Ereignisse die USA schwerer getroffen haben mag, die 9/11-Attacke von 2001 oder die 11/9-Wahlsiegnacht für Donald Trump 2016. Der amerikanische Doku-Schulter-&-Schenkelklopfer Michael Moore wusste es schon vorher. Eindringlich hatte er 2016 vor der weinerlichen Arroganz der Demokraten gewarnt, die 90 % ihres Wahlkampfes damit zubrachten, nicht zu kämpfen, sondern ob der offensichtlichen Unwählbarkeit eines solchen Menschen siegessicher zu lächeln. Moore verbringt die meiste Lebenszeit dort, wo es weh tut; mit der Kamera auf der Straße. Trotzdem ist auch er schockiert wie so viele. Und möchte ein wenig von dem Schock zurückgeben an sein Publikum, aber mehr noch an seine Landsleute, damit sie endlich ihren Arsch von der Couch bekommen. Er vergleicht sie hier mit den ""guten Deutschen"" von 1933, jenen, die der Meinung waren, so schlimm würde es wohl nicht kommen. Und wo Moore schon am Austeilen ist, macht er als medialen Urknall von Trumps Wahlsieg den Erfolg der Sängerin Gwen Stefani aus. Sie hatte mit ihrer Performance bei der Casting-Show ""The Voice"" Donald Trump vom Fernseh-Thron bei der NBC gestoßen. Der Narziss grummelte wohl: how to make Me great again und ließ sich aufstellen, nur so aus Jux, für die 45. Präsidentschaftswahlen. Seitdem kann jemand wie Moore wahllos illustratives Filmmaterial aus den Abgründen der zerrissenen amerikanischen Gesellschaft sammeln, oder schlicht all seine bisherigen Dok-Filme in die Kamera halten, um klagende Beispiele auf die Leinwand zu werfen. Allen voran des Präsidenten Kuschelkurs mit den Far-Right-Demonstranten von Charlottesville oder das Highschool-Massaker von Parkland, wo Trump Lehrer, Opfer und Polizisten verhöhnte und welche sicher unter vielen anderen ihren Anteil hatten an dem blauen Ansturm bei den aktuellen Kongresswahlen.
Alpa Kino