Originalfassung
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The Mule

Drama/Mystery-Thriller, USA 2019, 117 min

Die Person, auf der diese Geschichte basiert, war für zehn Jahre Kokain-Schmuggler für das mexikanische Sinaloa Drug Cartel. Als Gärtner und Weltkriegsveteran Leo Sharp 2011 festgenommen wurde, war er 87 Jahre alt und damit der wohl älteste (bekannte) Drogenkurier. Clint Eastwood ist mittlerweile 88 Jahre alt und - so hofft man, wenn man dieses Meisterwerk sieht - wird hoffentlich noch lange Filme dieses Kalibers machen. Seit sechs Jahren hat man ihn nicht mehr vor der Kamera gesehen, doch als Regisseur merkte er wohl, dass es nur eine Idealbesetzung für den kernigen, in sich gekehrten Alten gibt. Denn egal, wie ledrig die Haut wird und welche Zahl Wikipedia hinter Eastwoods Namen mittlerweile anzeigt: Wer soll je in seine Fußstapfen treten? Wie man es von ihm kennt und erwartet, besticht er auch als „Maultier“ mit seiner ihm typischen schauspielerischen Ruhe, Stärke und Tiefe. Ihm zur Seite steht ein erstklassiges Ensemble mit Namen wie Bradley Cooper, Andy Garcia, Laurence Fishburne oder Dianne Wiest. Doch getragen wird der Film ganz klar von Eastwood, der als „Earl Stone“ nicht ganz freiwillig aufgrund von Geldproblemen in das Schmuggelgeschäft reinrutscht. Die wahre Hintergrundgeschichte wird der Dramaturgie zuliebe ein wenig angepasst, und so geht Stone einen Deal mit der DEA (Drug Enforcement Administration) ein, um als Maulwurf seine mexikanischen Drogenkartell-Kontakte bei einem letzten Einsatz zu überführen. Earl Stone war weder ein guter Vater noch ein guter Ehemann, daher erhofft er sich mit diesem letzten humanen Akt Wiedergutmachung für seine Verfehlungen.
Viktoria Franke