Originalfassung mit UT
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The Prodigy

Originalfassung mit dt. Untertiteln
Horror/Mystery, USA/Hongkong/China 2019, 92 min

Jahrelang wurde ich mit dem ganzen Horrorgenre irgendwie nicht warm. Die ganzen lustigen Filme stachen zwar durch einen unterhaltsamen Gewaltanteil hervor, wenn es jedoch schaurig werden sollte, landet man schnell in Geschichten aus schwacher Logik, paranoidem Aberglauben oder religiöser Hardliner.
2017 überraschte mich dann allerdings »Split«. Erstens hatte es Regisseur M. Night Shyamalan nach 17 Jahren endlich geschafft, einen Film abzuliefern, der selbst für Amazon Prime nicht zu peinlich ist, sondern »Split« zog den Horror auch aus einer Mischung aus menschlichen Abgründen und einem pseudowissenschaftlichen Ansatz, der sich trotzdem noch irgendwo der Moderne verbunden sah. Super für mich, aber nichts für den leichten Kinoabend mit Freunden. Da kommt »The Prodigy« schon eher in Frage. Darin ist Miles (Jackson Robert Scott) ein Wunderkind. Seine Intelligenz und seine Auffassungsgabe lassen seine Eltern ganz schön baff aussehen. Doch als der Junge älter wird, verändert er sich auf abschreckende Weise. Pubertät? Zu früh. Vater, Mutter und ihre Ärzte sind ratlos. Schon kommt der „Wissenschaftler“ Arthur (Colm Feore) zum Vorschein. Er verkündet Mutter Sarah, dass Miles' außergewöhnliche Fähigkeiten und Talente keinen natürlichen Ursprung haben. Eine finstere Macht soll Miles beeinflussen oder gar von ihm Besitz ergriffen haben. Die junge Mutter glaubt ihm anfangs nicht. Doch als sie Nachforschungen über die Vergangenheit eines toten Serienkillers anstellt, bemerkt sie beängstigende Parallelen zum Verhalten von Neu-Damian. Nun muss sie sich entscheiden… Und zwar, ob die Idee, dass ihr Sohn eine Mischung aus buddhistischer Reinkarnation und dem Antichristen sei, ihr die Antwort gibt, die sie sucht. Dieser lustige Gedankengang und eine Prise Hollywood-Magie bringen in »The Prodigy« leicht verdaulichen Popcornhorror, der gut Stoff für Schock und Schauer abliefert, dass auch der Freundeskreis was von hat.
José Bäßler