Originalfassung mit UT
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Das Familienfoto

Drama/Komödie, Frankreich 2018, 99 min

Eine Beerdigung zwingt sie dazu, sich zusammenzusetzen und noch einmal Familienbande zu entwickeln: Die Geschwister Gabrielle, Elsa und Mao müssen ihren Großvater zu Grabe tragen, Mamie, die Großmutter ist dement und hat einen ganz konkreten Wunsch: Sie möchte in dem kleinen Dorf sterben, in dem sie mit ihren Enkelkindern viele Sommerurlaube verbracht hat. Nur sorgt das Leben sehr dafür, dass alle heftig mit sich selbst beschäftigt sind. Gabrielle ist dabei, ihren Sohn zu verlieren, der lieber bei seinem Vater leben möchte, weil ihm seine Mutter peinlich ist - sie arbeitet als lebende Statue. Elsa hat ein Problem mit ihrem Kinderwunsch und Mao, der Jüngste, hat eine handfeste Depression. Zwar arbeitet er erfolgreich als Spielentwickler, teilt jedoch seine restliche Zeit zwischen Alkohol und Psychoanalyse auf. Die Eltern der drei, Claudine und Pierre, sind schon lang getrennt, wo sich der Vater entzogen hat, war die Mutter (Beruf Psychotherapeutin) überpräsent, und so ist es noch immer. Wäre die einsame Oma nicht, würden alle schnell das Weite suchen. So aber geht man in den Konflikt, sucht die Auseinandersetzung und nach Lösungen. Und auch schier unlösbare Probleme lassen sich gemeinsam besser anpacken als allein. Das ist keine wahnsinnig originelle Botschaft, aber dennoch Tatsache. Und mithilfe von Extremsituationen wie Hochzeiten und Todesfällen lassen sich Familiengeschichten einfach prima erzählen. Regisseurin Cecilia Rouaud gelingt es, in kurzen 98 Minuten eine dichte Story zu weben. Das großartige Ensemble (Vanessa Paradis, Camille Cottin, Pierre Deladonchamps, Jean-Pierre Bacri und Chantal Lauby) spielt sich mit improvisiert wirkender Leichtigkeit durch die alltäglich-chaotische Situationen. Ein kleiner, feiner und sehr französischer Film über Familie.
Grit Dora