TRAILER

Saw: Spiral

Horror/Thriller, USA 2020, 93 min

Ehhh, A L T Ä Ä R! Das kann doch wohl alles nicht warm sein! Vor vier Jahren hab ich noch angekündigt, dass ich mich mit einer Protestnote sowie Petition an die zuständigen Organe wenden werde, falls es jemand wagen sollte, »Saw IX« rauszuhauen. Nun sind offenbar die zuständigen Organe nicht mehr zuständig, ihr Zustand auch sehr beklagenswert und Herr Krabbe geht nicht ans Telefon, sodass sich der, eigentlich dem Berufsbild des Comedians zugehörige Comedian und eingefleischte SAW-Fan Chris Rock um eine Wiederaufnahme des Themas bemühte, was sogleich auf offene und offensiv auch eingefleischte Ohren stieß, die schon wieder die Boleros klingeln hörten, da der mindestens 45° geneigte SAW-Liebex (gender gender Sprachgeländer) trotz des völlig verkackten »Jigsaw«, offensichtlich immer noch genug Bock auf Entleibung und Torture Porn hat. Um nicht nochmal den Fehler zu begehen, einen mir unbekannten deutschen Regisseur auf den Regiestuhl zu platzieren, entschied man sich für Darren Lynn Bousman, der bereits SAW II, III und IV auf seinem Konto hatte. Nie war der SAW-Schatten größer als über »Spiral«, einem geradezu selbstbewusster Versuch, die Fleischwolf-Serie zu einem eleganten Detektivthriller aufzuwerten. Zusammen mit Chris Rock entwickelte er einen neuen auftreibenden Anstrich, um den eigentlich bereits totgefolterten Stellwerker noch mal ’ne neue Leber einzuhauchen, der hernach die Weichen der mit diesen Drecks-Attitüden versehenen Filmreihe sichtbar auf ein neu geschliffenes Gleis rangierte. Bemerkenswerterweise bekleidet Chris Rock nicht nur die Rolle des Produzenten und Ko-Autors, sondern verkörpert gar die Rolle des Protagonisten aufs geradezu Schmetzelhafteste. Lustigerweise heißt die Rolle Chris Rocks dann auch noch Ezekiel, was auf einen Tony hoffen lässt. (Kleiner Insider) Zunächst wird aber erst einmal ein Polizist in eine fast aussichtslose Falle gelockt, um ohne viel Aufhebens von einer U-Bahn in einen neuen carnösen Aggregatzustand versetzt zu werden. Am darauf folgenden Tag wird Det. Ezekiel „Zeke“ Banks ein neuer Partner zugewiesen. Beide werden mit der Klärung des Metromordes beauftragt und Zecke hört rasch die Jigsaw-Nachtigal trapsen. Als ein weiterer Beamte recht hässlong das Zeitliche segnet, fällt der Verdacht plötzlich auf Ezekiel Banks, da dieser mal Beef mit dem verblichenen Kollegen hatte. Kurz nach Beginn der ersten Ermittlungen wird auf der Polizeiwache eine rätselhafte Box für Zeke abgegeben, in welcher er die Botschaft des Killers findet, der beabsichtigt mit seinen Jigsaw-Spielchen die Polizei zu reformieren, um diese von Korruption zu befreien (again). In weiteren Boxen finden sich hernach immer wieder ein paar Überbleibsel der bedauernswerten Kollegen. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei dem Absender um keinen neuen Gehilfen John Kramers handelt, sondern viel mehr um einen Nachahmer, was die Stimmung auch nicht sonderlich hebt. Immer tiefer wird Zeke in das mörderische Geflecht hineingezogen und findet sich plötzlich im Zentrum des morbiden Spiels des bestialischen Mordbuben wieder. Junge, Junge! Trotz der ewig selben Versatzstücke, Bausteine und Klischees, der amerikanischen Polizeiarbeit, ist der Film ein recht ordentlicher Krimbonal- und Slasherfilm geworden, der in Deutschland zur Freude einiger keine Jugendfreigabe erhielt.
Ray van Zeschau (Schreibex)