Langes Echo
Dobropillja liegt in der Ostukraine, 70 Kilometer entfernt von der umkämpften Grenze zu den von pro russischen Separatisten kontrollierten Gebieten.
Auf den ersten Blick scheint der Konflikt im Leben der Stadtbewohner*innen nur eine Randnotiz zu sein.
Sie gehen ihrem Alltag nach, als Zoodirektor und Museumsführerin, in Heavy Metall Bands oder im Club für einsame Herzen. Und doch dringt der Donner der nahen Front auch hier in das Leben der Menschen ein und legt sich wie ein Grauschleier über die Stadt. Langes Echo erzählt mit der intensiven Schilderung des Alltags in teils skurrilen Szenen vom Leben der Einwohner*innen an der Peripherie eines fast schon wieder vergessenen Krieges.
Die ungewisse Zukunft bestärkt die Menschen darin, an ihren täglichen Gewohnheiten festzuhalten und zu versuchen, sich mit der instabilen politischen Landschaft zu arrangieren.
„Mir und meinem Co-Autor Lukasz Lakomy war es wichtig, die Hintergründe und den Nährboden für diesen Krieg aufzuspüren. Vor allem interessierte uns das sowjetische Erbe, der Nachhall, das lange Echo des sowjetischen Denkens, das die Menschen scheinbar nicht so leicht aus seinen Fängen entlässt. Wie Frank, der Taxifahrer aus Tansania, ein wichtiger Beobachter des Geschehens von außen, im Film formulierte: 'Die Menschen sind es gewohnt, dass andere für sie denken. Lass Moskau für uns denken!'“
Buch: Veronika Glasunowa, Lukasz Lakomy
Regie: Veronika Glasunowa, Lukasz Lakomy
Kamera: Caroline Guimbal
Produktion: Eva Blondiau, Elmar Imanov, Holger Buff, Jascha Viehl
Bundesstart: 23.04.2020
Start in Dresden: 10.03.2022