Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding

Komödie, Deutschland 1999, 120 min

Quentin Tarantino im Ruhrgebiet? Nein, aber Peter Thorwarth lehnt sich zwar in Vielem an den Meister an, Unna ist jedoch nicht L.A, und darin liegt das besondere Feuer dieses Erstlings. Seine Kleingangsterfiguren - bis in die letzte Nebenrolle mit bekannten Gesichtern, oder vielversprechenden Typen besetzt - kennt der Regieneuling so gut, dass er sie im Minutentakt Höhepunkte guter Laune servieren lassen kann. Immer lässt er alles ein klein wenig zu groß wirken, aber mit jeder neuen Einstellung, jeder Szene wird der Kleinstadtmief deutlicher, werden seine Figuren genauer beleuchtet und in Position gebracht um schließlich die augenzwinkernde Gangsterballade in einem aberwitzigen Einbruch enden zu lassen. Dieser wird immer länger, verdrehter, unglaublicher und noch besser. Dazu kommt ein überraschend guter Soundtrack von H-Blockx, die Leistung von Ralf Richter, als beängstigender Prollo, und vor allem von Dieter Krebs, der mit der Figur des Werner Kampmann einen windigen Geschäftsmann gibt, dessen Firma dann ausgeraubt werden soll. Oliver Korittke spielt den gemütlichen Kiffer Keek, der die Beute aus einem Raubzug mit Dope und Pferdewetten durchgebracht hat und in enorme Schwierigkeiten gerät, als sein Kumpan aus dem Knast ausbricht und seinen Teil der Knete selbst ausgeben will. Nicht zuletzt tragen zahllose Gastauftritte deutscher Prominenz zum Gelingen des Films bei. Nie hat man das Gefühl, dass Thorwarth die Ideen bei seinem grellen Ruhrpottspektakel ausgehen würden. Vorstellbar ist sogar, dass aus dem dem Schnitt zum Opfer gefallenen Material auch noch ein Film entstehen könnte, der anerkannten Filmemachern (nicht nur hierzulande) zur Ehre gereichen würde.

Regie: Peter Thorwarth

Darsteller: Oliver Korittke, Markus Knüfken, Christian Kahrmann

Start in Dresden: 26.08.1999