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Wie im echten Leben

Drama, Frankreich 2021, 76 min

Schauspiellegende Juliette Binoche erfindet sich auf geniale Weise neu. Sie spielt die renommierte Schriftstellerin Marianne, beginnt ein Doppelleben auf Zeit, gibt allen Komfort der Pariser Kulturelite auf und reist in die nordfranzösische Hafenstadt Caen, wo das Wetter launisch ist und das Leben rau. Im Jobcenter gibt sie vor, nach einer Scheidung jede Stelle anzunehmen - egal, wie schmutzig sie sich die Hände auch macht. Ihr eigentlicher Plan: Sie will eintauchen in ein Leben zwischen Plackerei und Geldknappheit, zwischen alles geben und nichts bekommen und ein Buch schreiben über die starken Persönlichkeiten, die diese Welt auf ihren Schultern tragen. Zwischenruf - der Essay von Florence Aubenas, der der Geschichte zugrunde liegt, ist bereits im Jahr 2010 unter dem Titel »Le Quai de Ouistreham« erschienen.

Marianne will Arbeit verrichten, die in der umsorgten Mittelschicht keiner mehr haben will. Ein Job als Putzfrau erweist sich als Glücksfall - extreme Schinderei, blöde Sprüche vom Chef, unfaire Bezahlung - ein Klassiker der Drecksarbeit. Auch wenn sie sich nach kurzer Zeit die Kündigung einhandelt, bringt ihr die Stelle die überwältigende Unterstützung von den Frauen, die stahlharte Putzprofis sind und echte Freundschaft können. Besonders mit der taffen Christele, die sich allein mit drei Kindern durchs Leben schlägt, freundet sie sich an. Dank ihr schafft es Marianne in die Putzkolonne des Fährhafens: 12 Arbeiterinnen, 230 Kabinen in 1,5 Stunden. Es klingt wie eine verwegene Wette, die täglich gewonnen und irgendwie auch verloren wird.

Mit Christèle, Marilou und Justine verbindet Marianne bald eine so tiefe Freundschaft, dass ihre wahre Identität zum größten Problem wird. Mit allen Tricks versucht sie, ihr komfortables Künstlerleben vor ihren Freundinnen zu verbergen. Irgendwann hat sie genügend Material für ihr Buch gesammelt und es ist Zeit, ihr wahres Gesicht zu zeigen …