Das neue Dresden - auf den Spuren eines Verlustes

Dokumentation, Deutschland 2007, 60 min

„Wissen Sie, ich habe soviel gesehen, was abgerissen wurde. Es tat weh… Und man fühlt sich dann immer wieder als Verlierer. Denn wir haben das Stadtbild von Dresden verloren. Was wir jetzt an der Elbe haben, ist ja nur eine Kulisse.“ (Zitat Karlfried Apostel)

Der Film beschäftigt sich mit den Folgen der SED-Städtebaupolitik in Dresden, die er als Plünderung nationalen Kulturerbes in großem Stil brandmarkt. Diese Politik brachte einen immensen Verlust an Authentizität, Maßstab und Urbanität. Die Politisierung städtebaulicher Fragen und die Auswirkungen von Arroganz, ja Dummheit der Macht, auf Entscheidungen zum Wiederaufbau Dresdens, vergrößerten die Schadensbilanz des Bombenterrors des 2. Weltkrieges in der Zeit des real existierenden Sozialismus beträchtlich.
Beim heutigen Dresden-Besucher entsteht ein ahistorisches, falsches Bild der überlieferten Stadt. Denn wahrgenommen werden in erster Linie die höfischen Monumentalbauten in der Altstadt. Dass Dresden aber die an großzügigen historischen Wohnbauten des 17. und 18. Jahrhunderts reichste Stadt Deutschlands war, entgeht vor allem beim Gang durch die Innenstadt völlig.

„In der Innenstadt stehen die Monumente ganz vereinzelt wie Inseln da und es fehlt die begleitende Randbebauung, was ja mit der Neubebauung des Neumarktes versucht wird. Wenn auch der Weg dorthin kontrovers diskutiert werden kann, da eine Rekonstruktion der alten Stadt die alte Stadt nicht wiederbringen kann. Sondern nur eine Ahnung.“ (Zitat Volker Helas)
Der Dokumentarfilm geht den Ursachen für den Grundkonflikt bzw. für den Kampf ums Detail bei Verlust des städtebaulichen Gesamtzusammenhangs nach. Zur Wort kommen Hans Nadler, Hermann Krüger, Bernd Trommler, Volker Helas, Matthias Lerm sowie die ehrenamtlichen Denkmalpfleger Karlfried Apostel und Wolfgang Made.

Eine Gemeinschaftsproduktion der Balance Film GmbH und der Landeshauptstadt Dresden - Amt für Kultur- und Denkmalschutz sowie dem Veranstaltungsbüro 2006. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Buch: Ralf Kukula

Regie: Ralf Kukula

Kamera: Ralf Kukula

Sprecher: Hanns-Jörn Weber

Musik: Jens Gouthier

Produktion: Balance Film, Grit Wißkirchen

Start in Dresden: 08.03.2007