Impreza - Das Fest
Die Regisseurin wird ihren Film persönlich vorstellen und freut sich auf die Fragen des Dresdner Publikums.
Sommer 2016, in Polen regiert seit etwa einem Jahr die rechtskonservative PIS. Die Matriarchin Danuta bereitet das Programm für ihre Goldene Hochzeit vor und nimmt dabei ihre ganze Familie in die Pflicht. Danutas Enkelkinder sind es gewohnt, die kreativen Eskapaden ihrer Großmutter mitzutragen, und fügen sich ihrem Schicksal. Für dieses Jahr hat Danuta eine Modenschau geplant, bei der die Mädchen die Lieblingskleider ihrer Großmutter aus den vergangenen Jahrzehnten präsentieren sollen. Die Grande Dame will dazu aus ihrem Leben plaudern, Anekdoten zum Besten geben, die sie in den modischen Kreationen erleben durfte. Einige Tage vor dem großen Ereignis reist Alexandra, die deutsche Nichte, in Warschau an und will bei den Vorbereitungen helfen. Aber kaum sitzt sie am Tisch, dominiert Politik jedes Gespräch nicht nur mit Danuta, auch mit allen anderen Mitgliedern des Clans. Alexandra merkt, dass sie mit ihren liberalen Ansichten alleine dasteht und dass die Frauen in ihrer Familie sich kein bisschen mit Zielen wie Emanzipation, Frauenrechten oder offenen Grenzen identifizieren. Sie möchte herausfinden, wie der ideologische Graben zwischen ihr und ihrer Familie so groß werden konnte.
Jurybegründung:
Die Goldene Hochzeit der Tante führt Alexandra aus Deutschland zurück nach Warschau in das Haus ihrer großbürgerlichen Familie. Hier wird bei jeder Gelegenheit über Politik diskutiert. Doch obwohl alle dieselbe Sprache sprechen, wird schnell deutlich, dass Alexandra mit ihrem liberalen Standpunkt nicht verstanden wird, genauso wie sie die Ansichten ihrer in Tradition und Religion verwurzelten Familie nicht verstehen kann. Egal ob Nationalismus, Frauenrechte oder die Flüchtlingskrise: Die Gespräche in der Familie sind geprägt von starken Meinungen und scheinen symptomatisch für die gegenwärtige Fragmentierung der Gesellschaft in Europa. Durch seine Innenperspektive gibt der Film von Alexandra Wesolowski aber einen wichtigen und seltenen Blick frei auf die Gründe für den kritischen Blick der Polen auf Europa und bleibt dennoch bei allen Diskussionen fair. Denn nicht miteinander reden ist auch keine Lösung.
Buch: Alexandra Wesolowsk
Regie: Alexandra Wesolowsk
Produktion: Dreifilm, Hochschule für Fernsehen und Film München
Bundesstart:
Start in Dresden: