Die Täuschung

Drama/Kriegsfilm, USA 2021, 128 min

Liebe Freunde des historisch belegten Aktionsfilmes, ja das was Sie hier sehen werden, ist auch tatsächlich so passiert und hat unter anderem dazu beigetragen, dass Sie nun Internet, Facebook und Instagram nutzen können. Was darüber hinaus für den geneigten sächsischen 2G-Kinofreund noch sehr bemerkenswert sein dürfte, ist, dass an der Ausarbeitung der 1943 erfolgten Operation Mincemeat maßgeblich der Assistent des Direktor der Marine-Geheimdienstabteilung Konteradmiral John Godfrey Lieutenant Commander Ian Fleming seine Hände mit im Spiel hatte und man heute davon ausgeht, dass die meisten Ideen von Ian Fleming entstammten, dem Mann dessen Held James Bond man nun am liebsten zu einem woke, diversen, homosexuellen People of Color machen will. Aber was hat sich nun Mr. Fleming damals erdacht? Da die Alliierten vorhatten, erstmals über Sizilien europäisches Festland zu erreichen, musste man ein pfiffiges Täuschungsmanöver inszenieren und das deutsche Oberkommando glauben machen, sie seien durch Zufall an streng geheime Dokumente gelangt, die Details der Pläne enthielten, die eine Invasion auf dem Peloponnes und auf Sardinien beschrieben und nicht auf Sizilien. Zu diesem Zweck erdachte man sich die ungewöhnliche Methode, eine gepflegte Leiche ins Spiel zu bringen. In London wurde man mittels diskreter Nachforschungen und mit Hilfe eines Leichenbeschauers auch rasch fündig, so dass man in den Besitz des Körpers des 34-jährigen vagabundösen Spritis Glyndwr Michael kam, der kurz zuvor verstorben war. Da der Mann an einer Lungenentzündung verschieden war, ergab die Flüssigkeit in seinen Lungen ein Bild, das mit einem Leichnam übereinstimmte, der längere Zeit im Meer getrieben wäre. So wurde aus Mr. Michael der Kurier der Royal Marines, Acting Major William Martin. Der nächste Schritt war es, eine Identität, für Major Martin zu erschaffen, der die Pläne der alliierten Invasion bei sich trug. Um dieser Identität zusätzliche Glaubwürdigkeit zu verleihen, stattete man ihn außerdem mit einer Verlobten namens Pam aus, die in Wahrheit eine Sekretärin beim MI5 war. Und das komplett mit Fotos, Liebesbriefen und einem Brief seines Vaters, in dem dieser seine Zerknirschtheit über die Wahl der Braut ausdrückte. Des Weiteren brachten man einen Satz Schlüssel, Abrisse von Theaterkarten für eine kurz zuvor stattgefundene Aufführung und ähnliche Dinge in den Taschen des Leichnams unter. Da sichergestellt werden musste, dass der Leichnam mit den Unterlagen aufgefunden würde, entschied man, die Aktentasche an sein Handgelenk zu ketten. Am 19. April 1943 verließ dann das U-Boot HMS Seraph mit dem präparierten Major William Schottland und fuhr Richtung Huelva an der spanischen Küste. Dieser Ort war auserkoren worden, da man wusste, dass Spanien zwar neutral war, aber mit den Achsenmächten sympathisierte und sich dort folglich eine große Zahl von Agenten der Abwehr aufhielten, was eine schnelle Entdeckung der Unterlagen durch die Deutschen beförderte. Gegen vier Uhr am 30. April befahl Lt. Jewell, William an Deck zu bringen, die Rettungsweste aufzublasen und den Leichnam um 4:30 Uhr dem Meer zu übergeben, wo ihn die Gezeiten an Land bringen würden. Nach dem Abschluss der Operation sendete Jewell die Nachricht „Mincemeat completed“. Der Plan ging auf. Hitler zog die Wehrmacht von Sizilien ab und binnen drei Wochen war Sizilien restlos von den Alliierten erobert und Mussolini geschlagen. Den Rest kennen wir. DDR, Wende, Internet, Facebook, Instagram, TikTok und Corona.

Ray Van Zeschau (G und sieh)