Weißbier im Blut

Kriminalkomödie, Deutschland 2021, 96 min

Unwirsch mustert Kommissar Kreuzeder die Leichenteile auf dem abgelegenen Holznerhof, um derentwillen er seinen Schweinsbraten nicht mit der nötigen Sorgfalt verspeisen konnte. Der Hof wie der Kommissar haben schon bessere Tage gesehen. War doch Kreuzeder vor mehr als 20 Jahren der beste Ermittler im ganzen Distrikt, doch scheint sein Aufklärungsehrgeiz über die lange Zeit dem Weißbierfatalismus gewichen. Der Holznerhof wiederum ist hoch verschuldet und nun auch noch mit einer Blutspur behaftet. Mit großem Stoizismus und noch größerer Fahne nimmt der grantelnde Ermittler Witterung auf, bärbeißig befragt er die wortkargen Anwesenden und sehnt sich nach dem Wirtshaus zurück, seiner Basisstation. Leider verdirbt ihm sein schnittiger Vorgesetzter mit einer Berufstauglichkeitsprüfung beinahe den Appetit. Die Polizeipsychologin nimmt den alten Kommissar unter die Lupe und zeigt sich zunehmend beeindruckt von seiner luziden Intelligenz, und Trinkfestigkeit. Derweil gibt es noch zwei Leichen mehr. Der alte Grantel strafft sich und zieht los, Licht ins bayrische Mordsdunkel zu bringen …
Die Figur des verschrobenen Kreuzeder war schon im Hörspiel überaus erfolgreich, Anlass für Jörg Graser, seinen Roman nun auch selbst zu verfilmen. Sigi Zimmerschid und Luise Kinseher, die schon den Hörspielfiguren ihre Stimme liehen, sind als Kommissar Kreuzeder und Kellnerin Gerda Bichler ein grandios eingespieltes Team, Brigitte Hobmeier flankiert als flamboyante Psychologin. Fein gespielter bayrischer Humor: eigensinnig, ungeschmeidig, saugrob.
Grit Dora