Nomadland

Drama, USA 2020, 108 min

Die 60-jährige Fern (Frances McDormand) hat ihren Mann verloren. Als die städtische Mine schließt, der Arbeitgeber für eine ganze Region, verlässt ein Großteil der Bevölkerung die Stadt, so auch Fern. In einem klapprigen Bus fährt sie durch den Südwesten der USA, zieht von Ort zu Ort und finanziert mit Gelegenheitsarbeiten ihren Lebensunterhalt. Unterwegs lernt sie Menschen kennen, die, oft aus ähnlichen Gründen wie sie selbst, ein nomadisches Leben führen. Das Gefühl von Zugehörigkeit und die Naturnähe, die dieses raue Leben herstellt, eröffnet Fern ein selbstbestimmteres Leben. Chloé Zhao kontrastiert in ihrem dritten Spielfilm die Weite der amerikanischen Landschaften mit der Enge der prekären Arbeitsverhältnisse etwa in einem Amazon-Fulfillment-Center. Es gelingt ihr, die fein verästelte Spielweise Spiel Francis McDormand mit den Auftritten der echten Nomaden Linda May, Swankie und Bob Wells zusammenzuführen. Das Ergebnis ist ein starkes halbdokumentarisches Roadmovie. Höchste Zeit, dass »Nomadland« (inzwischen mit Preisen überhäuft: diverse Oscars, Goldener Löwe) in die Kinos kommt.
Grit Dora