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Kinder der Hoffnung

Dokumentation, Deutschland/Israel 2021, 88 min

Vor 15 Jahren hat die heute 40-jährige Regisseurin Yael Reuveny (»Schnee von Gestern«) ihre Heimat Israel verlassen, um in Berlin zu leben. Für »Kinder der Hoffnung« kehrt sie zurück und trifft ihre ehemaligen Klassenkameraden, um zu sehen, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist.
32 Kinder einer israelischen Schulklasse posieren 1988 für ein Foto. Als sich ihre Wege trennen, sind sie voller Hoffnung auf Frieden. In Super-8-Aufnahmen aus der Kindheit und pointierten Kurzporträts ihrer damaligen Mitschülerinnen und Mitschüler reflektiert Yael Reuveny ihr eigenes Selbstverständnis und das ihrer Generation.
Warum gibt es keinen Frieden mit den Palästinensern? Ist nur eine der vielen Fragen die Reuveny sich und ihrer Generation stellt. Sie stößt auf unbequeme Antworten, dass selbst die 3. Generation nach der Shoah noch zutiefst von den gesellschaftlichen Reaktionen darauf geprägt ist.
Die Generation von Israelis, die die Regisseurin in ihrem Film entdeckt, sind keine Kinder der Hoffnung, sie sind Kinder der Angst, die das Überleben des Staates Israel sichern sollen. Das ist das Dogma mit dem sie aufgewachsen sind. Sie sind nicht frei. Denn nur wer frei ist - sich wie Jitzchak Rabin von seinen eigenen Dogmen befreit - kann Frieden schließen.

Zum Startdatum 4. November: Jitzchak Rabin nahm am Abend des 4. November 1995 an einer großen Friedenskundgebung in Tel Aviv teil. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt“. Jigal Amir, ein israelischer Jurastudent mit rechtsextremer, religiös-fanatischer Überzeugung passte den Moment ab, als der Premierminister die Bühne verließ und zu seinem Auto geleitet wurde, und schoss auf ihn. Rabin starb kurz darauf in einem Hospital.
Kurz vor den tödlichen Schüssen hatte Rabin noch eine bewegende Rede gehalten:
„Ich möchte gerne jedem Einzelnen von euch danken, der heute hierher gekommen ist, um für Frieden zu demonstrieren und gegen Gewalt. Diese Regierung, der ich gemeinsam mit meinem Freund Shimon Peres das Privileg habe vorzustehen, hat sich entschieden, dem Frieden eine Chance zu geben - einem Frieden, der die meisten Probleme Israels lösen wird. […] Der Weg des Friedens ist dem Weg des Krieges vorzuziehen. Ich sage euch dies als jemand, der 27 Jahre lang ein Mann des Militärs war.“

Nach dem Tod Rabins gerieten die Verhandlungen und der gesamte Friedensprozess ins Stocken.
1996 beginnt in Israel die Ären Scharon und Netanjahu. Der Palästina-Konflikt wird auf beiden Seiten für den Machterhalt instrumentalisiert. Keine Gesellschaft der Nachbarstaaten kommt zur Ruhe, aus Israel und Palästina flüchten Menschen vor dem Krieg nach Europa.