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Das Glücksrad

Drama/Episodenfilm, Japan 2021, 121 min

Der japanische Regisseur Ryûsuke Hamaguchi wurde in diesem Jahr auf der 94. Oscarverleihung für seinen Film »Drive my Car« mit dem Oscar für den Besten Internationalen Film bedacht. Jetzt startet in den Kinos sein Episodenfilm »Das Glücksrad«, der bereits im letzten Jahr auf der 71. Berlinale mit dem Silbernen Bären für den Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde. In der ersten der drei Episoden geht es um eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung eines Models (Kotone Furukawa), ihrem Ex-Freund (Ayumu Nakajima) und ihrer besten Freundin (Hyunri). Die zweite Geschichte handelt von einem Hochschulprofessor (Kiyohiko Shibukawa), der einer Verführung zum Opfer fallen soll, doch die Dynamik zwischen ihm und der jungen Frau (Katsuki Mori) nimmt einen anderen Verlauf. In der dritten Episode begegnen sich zwei ehemalige Klassenkameradinnen (Fusako Urabe und Aoba Kawai) wieder, welche die Chance nutzen sich einer beinah fremden Person anzuvertrauen. Mit einer Länge von 121 Minuten nimmt sich der Regisseur Hamaguchi viel Zeit für seine Figuren, führt sie langsam ein und gibt ihnen Raum zur Entfaltung. So kommen die Geschichten auch nicht gleich auf den Punkt, sondern wählen ein paar Umwege sowie Verzweigungen und offenbaren so die menschliche Natur. Zudem stellt Hamaguchi ganz die Frauen in den Vordergrund, wählt ihre Perspektive und macht mit den drei unterschiedlichen Geschichten ein breites Spektrum auf. »Das Glücksrad« ist dabei genauso kontemplativ wie empathisch und besitzt eine schöne, etwas schwermütige Stimmung. Für Freunde des Arthouse-Kinos und von ruhigen und melancholischen Stoffen ist der Spielfilm eine absolute Empfehlung.
Doreen