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Mit der Faust in die Welt schlagen

Drama, Deutschland 2023, 111 min

Constanze Klaue erzählt in ihrem ersten Langfilm die eindringliche Geschichte der Brüder Philipp und Tobi, die um die Jahrtausendwende in der sächsischen Provinz aufwachsen. Ihre Kindheit ist geprägt vom Zerfall der eigenen Familie und der Perspektivlosigkeit in einer sonst sehr weiten Landschaft. Alleingelassen mit sich selbst, ohne Halt und Orientierung, stellt sich bei den Brüdern ein Gefühl von Sinn und Zugehörigkeit erst ein, als sie mit der örtlichen Neonazi-Clique in Kontakt kommen. Vor allem Tobi findet bei ihr ein Ventil für seine Wut. Als ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation.
Das kraftvolle Spielfilmdebüt der Regisseurin Constanze Klaue erzählt aus der Perspektive zweier Brüder ein berührendes Familiendrama in der ostdeutschen Provinz.
Ein großartiges Ensemble zeigt, wie die Umwälzungen der Nachwendezeit für die jugendlichen Protagonisten wie auch für ihre Elterngeneration in all ihrer Härte nachhallen. Es nimmt das Publikum mit auf eine Reise in eine von politischen Spannungen geprägte Zeit, die sich dennoch intensiv gegenwärtig und brennend aktuell anfühlt. Einfühlsam findet Constanze Klaue aus dem Inneren ihrer Figuren heraus eine Sprache für die Wut und Entfremdung derjenigen, bei denen die großen Versprechen der Zukunft nicht ankommen wollten. Sie begegnet ihren Figuren dabei auf Augenhöhe und zeichnet ein ungeschöntes und detailreiches Generationenporträt in einem von Perspektivlosigkeit und Radikalisierung geprägten Umfeld, das stellvertretend für zahlreiche Orte dieser Welt steht.
„Mit der Faust in die Welt schlagen“ ist der Debütroman und Bestseller des in Görlitz lebenden Autors Lukas Rietzschel. Er erschien 2018 und fand in der Presse eine große, durchweg positive Beachtung, wurde mehrfach für die Bühne adaptiert und gehört seit Jahren in einigen Bundesländern zur Schulliteratur.