Muxmäuschenstill X
Über meinen Staatsbürgerkundelehrer ließe sich vieles erzählen, sein Spitzname war Socke (Farbe rot), eine seiner Prophezeiungen jedoch hat sich erfüllt. Der Kapitalismus wird alles daran setzen, die Arbeitnehmer bei der Stange zu halten, indem er sie mit Wohlstand, Waren und „DSDS“ (Scherz) zu korrumpieren versucht. Warum? Damit 99% muxmäuschenstill zusehen, wie sich bei 1% das Kapital vermehrt. Und jeder noch so kleine Gedanke nach mehr sozialer Gerechtigkeit geflutet wird von der Legende, Reichtum erlange die Mehrheit unserer Menschen, „die noch alle Tassen im Schrank haben“, nur mit ehrlicher Arbeit! Amen.
Wenn das Friedrich Merz hört, dass die linken Spinner zurück sind auf der Leinwand… oh weh! Mux (Jan Henrik Stahlberg) ist wieder aufgewacht. Und er kann nicht glauben, was er zu hören und zu sehen bekommt, nach 20 Jahren im Koma. Auf seinem subversiven Kreuzzug für mehr Anstand und moralische Integrität endete er 2004 als Unfallopfer eines Rasers. Jetzt ist Mux zurück und glaubt sich als Gast in einer schlechten Sci-Fi-Reality-Show wieder zu finden. Wo der weltweite Neoliberalismus und dessen monotheistisches Bekenntnis zum „Markt“ gerade kollidieren mit der nationalistischen Empörung, dass Millionen Menschen einfach hin zu diesem „Marktplatz“ strömen. Weil ihnen die Neuaufteilung von Ressourcen und Einflusszonen ihre Behausungen bombardiert hat, oder schlicht, weil sie besser leben wollen. Mux fackelt nicht lang und geht direkt dorthin, wo es weh tut. Nach Sachsen. Früher besserer Dorfsheriff, heute eine Mischung aus Guy Fawkes und „The Equalizer“, prangert und klagt er wieder an, legt offen und macht die Leute buchstäblich nackig. Retten müsste man das Land. Aber weiß das Land eigentlich, wie es um das Land bestellt ist? Die Macher des Filmes fuhren für ein paar Wochen durch die Republik mit ihrem Werk und ernteten überall Zustimmung. Das dumpfe Gefühl, dass es nicht so weitergehen kann, unterschreiben fast alle. Bis auf so Leute, die bei „noch alle Tassen im Schrank“ lauthals jubeln, oder wie Warren Buffet, der im Film sagt: „Wir Reichen haben euch den Krieg erklärt“, … und also gründet Mux folgerichtig die Muxisten und ruft ihnen zu „Muxisten aller Länder, vereinigt Euch!“.
alpa kino
Buch: Jan Henrik Stahlberg
Regie: Jan Henrik Stahlberg
Darsteller: Jan Henrik Stahlberg, Tilman Vellguth, Bettina Hoppe, Sophie Roeder, Tilman Vellguthm Henriette Simon, Thomas Bading
Kamera: Ralf Noack, Carolin Hauke, Philip Jestädt
Produktion: MUX Film GmbH, Silva Film GmbH
Bundesstart: 01.05.2025
Start in Dresden: 01.05.2025
FSK: ab 12 Jahren