Souleymanes Geschichte

Drama, Frankreich 2024, 93 min

Der französische Spielfilm »Souleymanes Geschichte« zeigt uns, dass ein realitätsnahes Drama auch mit den Mitteln des Genrefilms erzählt werden kann und ist eine spannende Tour de Force durch Paris. Der junge Souleymane (Abou Sangare) stammt aus Guinea und lebt seit Längerem illegal in Frankreich. In zwei Tagen hat er die Chance, Asyl für sich zu beantragen und muss dafür noch eine fiktive Biographie auswendig lernen, denn mit seinem Background wird er kein Asyl erhalten. Doch das kommt nur On Top, denn sein Job als Kurierfahrer verlangt ihm viel ab. Schlechte Bezahlung, schwierige Kunden und stetiger Zeitdruck prägen seinen Alltag. Hinzu kommt seine Stellung als Illegaler in dem Land, was viele andere auszunutzen wissen, und die Sorge um einen warmen Schlafplatz am Abend. So lässt der Film von Boris Lojkine seinem Helden und dem Publikum keine Verschnaufpause. Zusammen hetzen wir mit Souleymane durch die Stadt, erleben die Strukturen, die sich um die illegalen Einwanderer aufgebaut haben und können einen Blick in das System werfen. Der Film funktioniert gerade deswegen so gut, weil er nichts Unnötiges dazu dichtet, das wahre Leben einfängt und so auch ein klares Statement abliefert. Dazu trägt perfekt die Wahl des Laiendarstellers Abou Sangare bei, der mit seinem Migrationshintergrund ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Lojkine erzählt die Geschichte aber nicht als emotionales oder pathetisches Drama, sondern treibt seine Geschichte im Genre-Stil spannend und Anspannung auslösend voran. So wundert es nicht, dass »Souleymanes Geschichte« bei Kritikern wie bei Zuschauenden gleichermaßen gut ankommt und schon viele Preise, u.a. in Cannes den Jury- und Darstellerpreis der Sektion Un Certain Regard, gewinnen konnte.
Doreen

Buch: Boris Lojkine, Delphine Agut

Regie: Boris Lojkine

Darsteller: Abou Sangaré, Nina Meurisse, Alpha Oumar Sow, Emmanuel Yovanie

Bundesstart: 19.02.2026

Start in Dresden: 19.02.2026