Bruno - Der junge Kreisky

Österreich/Deutschland 2026, 116 min

Biopics sind zur Zeit schwer in Mode. Doch werden große Stars vor allem aus dem Musikbereich ausgewählt, da ihre Leben meistens aufregend und wild verlaufen. Der österreichische Spielfilm »Bruno - Der junge Kreisky« von Harald Sicheritz widmet sich aber einem Politiker: Bruno Kreisky (1911-1990) war der am längsten dienende österreichische Bundeskanzler (1970-1983), über den in Österreich wie über manch andere Promis viel gestritten und debattiert wurde. Sicheritz, der auch das Drehbuch schrieb, widmet sich nun den politischen Anfängen des SPÖ-Mannes. Der Film spielt in den 1920er Jahren in Wien: Dort will sich der aus einem reichen jüdischen Elternhaus stammende junge Bruno (Nils Arztmann) der sozialistischen Arbeiterjugend anschließen. Diese nimmt ihn anfänglich widerwillig bei sich auf. Doch als das faschistische Regime an die Macht kommt, stehen die Mitglieder fest beieinander, organisieren verbotene Treffen, verteilen Widerstandsaufrufe und setzen dabei ihre Leben aufs Spiel. Der Film ist nicht nur ein klassisches Biopic, sondern auch ein Historiendrama, das die NS-Zeit in Österreich noch einmal von einem anderen Winkel beleuchtet. Dafür hat der Regisseur nicht nur die richtigen Settings und Kostüme, sondern fand mit Nils Arztmann und Maya Unger auch zwei Darstellende, die die Energie des Widerstands wunderbar einfangen. Auch spürt der Film der Frage nach, welche Vergangenheit hinter dem Bundeskanzler liegt und wie das seine spätere Arbeit geprägt hat. Doch nicht nur für Österreicher:innen ist »Bruno - Der junge Kreisky« interessant, sondern für alle, die in der Vergangenheit nicht nur eine Geschichtsstunde sehen, sondern daraus lernen wollen, für die eigene politische Überzeugung einzustehen.

Doreen

Regie: Harald Sicheritz

Darsteller: Nils Arztmann, Maya Unger, Soi Schüssler

Bundesstart: 01.10.2026

Start in Dresden: 01.10.2026