Whalefall
Es gibt Story-Prämissen, bei denen man nach einem Satz eigentlich schon wissen will, wie zur Hölle das funktionieren soll. »Whalefall« gehört definitiv dazu: Jay Gardiner (Austin Abrams) begibt sich vor der kalifornischen Küste auf die Suche nach den Überresten seines verstorbenen Vaters (Josh Brolin) - und wird dabei von einem Pottwal verschluckt. Genau dort verbringt er einen erheblichen Teil des Films. Was zunächst ein bisschen nach der biblischen Geschichte von Jona klingt, wird zum Survival-Thriller auf kleinstem Raum: Jay hat nur noch etwa eine Stunde Sauerstoff und muss irgendwie einen Weg aus dem gigantischen Meeressäuger finden. Ausgerechnet sein Vater könnte ihm dabei das Leben retten. Bevor sie sich entfremdeten, hatte dieser seinem Sohn Tauchen, Überleben und den Umgang mit dem Meer beigebracht - Lektionen, mit denen Jay schon vor dessen Tod abgeschlossen hatte. Nun muss er sich nicht nur daran erinnern, sondern erkennt nach und nach auch, wie viel von seinem Vater in ihm selbst steckt. Regisseur Brian Duffield kennt sich mit ziemlich ungewöhnlichen Ausgangslagen aus. In »No One Will Save You« ließ er Kaitlyn Dever ohne Dialog gegen Aliens antreten, nun macht er aus Daniel Kraus’ Roman einen Mix aus Survivalthriller, Familiendrama und Creature-Horror. Der Film nutzt die Prämisse aus der beliebten Romanvorlage von 2023 konsequent aus, denn »Whalefall« besteht zu rund 95 Prozent daraus, Jay in immer neue, extreme Situationen zu schicken. Ein verrücktes Kammerspiel - nur dass die Kammer lebt, schwimmt und Jay verdaut, wenn er nicht schnell genug einen Ausweg findet.
Viktoria Franke
Buch: Brian Duffield, Daniel Kraus
Regie: Brian Duffield
Darsteller: Austin Abrams, Josh Brolin, Jane Levy, Elisabeth Shue, Emily Rudd, John Ortiz, Mark Meloro Jr., Sam Skolnik, Nicholas Gould, Laurel Lane Bowen, Sam Franich, Grayson Paul Solomine
Kamera: Aaron Morton
Musik: Joseph Trapanese
Produktion: Imagine Entertainment, Jurassic Party Productions
Bundesstart: 15.10.2026
Start in Dresden: 15.10.2026