Prosperos Bücher

Drama, Großbritannien/Frankreich/Italien 1991, 124 min

Ende des 16. Jahrhunderts wird Prospero, der Herzog von Mailand, zusammen mit seiner Tochter Miranda auf eine einsame Insel fern von Europa verbannt. Hier sinnt er auf Rache und schafft sich aus der Magie seiner Bücher und seiner ungeheuren Gelehrsamkeit heraus eine eigene Welt: Er macht die Insel zu einem italienischen Renaissance-Refugium voller Paläste, Gärten und Bäder, die auf der Insel heimischen Geister verwandelt er in Geschöpfe der klassischen Mythologie. Bestürzt über seine eigene Herzlosigkeit gibt er jedoch schließlich seine Rachegedanken auf und entlässt die Geister, die ihm dienten, in die Freiheit.
Den architektonischen Rahmen bilden u.a. Piranesis phantastische Architekturen, die sich nirgends so gut verwirklichen lassen wie in der Filmarchitektur. Sie, die zwischen Malerei, Bühnenbild und realer Architektur steht, kann alle perspektivischen und Lichttricks anwenden und real nachbauen, was in wirklicher Architektur an den Gesetzen der Statik, der Praktikabilität und der Materialbeschaffenheit scheitern würde. Dies hat auch Peter Greenaway, einer der bedeutendsten künstlerischen Regisseure des ausgehenden 20. Jahrhunderts, erkannt und in seiner technisch bahnbrechenden Verfilmung nach Shakespeares „Sturm“ seine Insel des Prospero mit theatralischen Architekturen überzogen. Sie verwirklichen in den Architekturphantasien des Films eine Collage von Architekturzeichnungen Michelangelos, Piranesis sowie weiterer Romantiker und Klassizisten.