U 900

Komödie, Deutschland 2008, 98 min

Tja, man kann den Mann leiden und lustig finden oder auch nicht, Atze Schröder! Wer von Herrn Schröder in Ermangelung eines Televisionsgerätes noch nix gehört haben sollte, Atze ist ein Spaßmacher im Fernsehen und alle, die Spaß machen dürfen im Fernsehen, wollen auch noch ins Kino. Spätestens da hört dann aber meist der Spaß auf und der Protagonist verrennt sich in der Länge des Filmes. Das musste bereits der von mir hoch geschätzte Helge Schneider erfahren. Trotzdem drängt es Comedians immer wieder auf die Leinwand, und zumindest finanziell wird ihnen seit »Schuh des Manitu« Hoffnung gemacht. Nun ist also Atze Schröder an der Reihe und verlegte seine Story mit Regisseur Sven Unterwaldt (»7 Zwerge«) in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Wir schreiben das Jahr 1944, Atze und sein Kumpel Samuel (Oliver Wnuk) sind aktive Schwarzmärktler in Essen und erwarten hoffnungsfroh das Eintreffen der US Army. Dann gibt es irgendeine Überwerfung mit einem General Strasser (Jürgen Schornagel) und Atze, sein Kumpel sowie Yvonne Catterfeld (als Schauspielerin Maria) müssen das letzte noch verfügbare U-Boot, die U-900 kapern, um irgendwie dieser unerklärbaren Situation zu entkommen. Warum das so ist und wie man von Essen aus in Toulon ein U-Boot unter seine Kontrolle bringt, um fürderhin in geheimer Mission von dort nach Warnemünde zu gelangen, konnte ich den offiziellen Vorabinformationen zum Film leider nicht entnehmen. Auf alle Fälle ist dies erst einmal so und Atze gibt sich als legendärer Kapitänleutnant Rönberg aus, was von der Mannschaft zunächst so angenommen wird. Da Atze aber null Ahnung von der christlichen Seefahrt und schon gar nicht der unchristlichen deutschen unter Wasser hat, kommt es schon zu dem einen oder auch mehrfach unseemännischen Befehl, die die Mannschaft ver- und vor allem sehr an der Kompetenz ihres Kaleus zweifeln lassen. Ein Spaß-Torpedo nach dem anderen soll hier abgefeuert und ein Schenkelklopfer nach dem anderen die Oberbeinmuskulatur zum Anschwellen bringen. Ob diese Mission ein Rohrkrepierer ist oder doch ein Volltreffer ins deutsche Spaßzentrum, müssen Sie schon selber mit Ihrem treffsicheren Gespür für leinwandtauglichen Humor herausbekommen. Herauszubekommen war nur, dass U-900 nie gebaut wurde und das letzte deutsche U-Boot des WWII die U-4712 unter dem Kommando von Oberleutnant Karl Feige war. Wie Atze Schröder in echt heißt, darf ich hier nicht schreiben, da sonst der Kinokalender verklagt wird.
Ihr Ray van Zeschau (Nichtschwimmer)