Duell der Magier

Drama/Fantasy, USA 2010, 109 min

Bei Nicolas Cage weiß man auch immer nicht so genau, wo gerade seine Qualitätslatte hängt und warum er gerade welchen Film macht. Geld, falsch verstandene Freundschaft? Ich weiß es nicht und ist mir auch egal, da »Duell der Magier« auch keinem weh tun wird. OK, Disney Pictures sind zwar auf harmlos fantastische und lustige Unterhaltungsfilme geeicht, aber trotzdem frag ich mich angesichts der überbordenden computeranimierten Special Effects, was wohl geblieben wäre, wenn man der Produktionsfirma alle Rechner hinter Schloss und Riegel gesetzt hätte? Tja, hätte hätte hätte is nich und so sitzen wir zum, ich weiß nicht wievielten Male vor dem Thema: der Kampf um das ultimative Böse! Dass die Entwicklung des Bösen ja auch immer irgendwas mit Frauen zu tun hat, wissen wir ja schon seit der berühmten Apfelverspeisung. So auch hier im Film, wo sich zwei befreundete Magier Blake (Nicolas Cage) und Horvath (Alfred Molina) wegen der schmucken Veronica (Monica Bellucci) verzankt haben. Die Vroni entscheidet sich für Blake und Horvath wird natürlich böse. Blake gelingt es aber rechtzeitig seinen ehemaligen Kumpel in eine Matroschkapuppe einzusperren, bevor der mit einer anderen bösen Tante die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Aber das Böse einfach in einer Matroschka wegwichteln zu wollen, klingt zwar lustig, ist aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Da Blake sich außerstande sieht die Einmatroschierten für immer zu besiegen, begibt er sich auf die Suche nach dem, … JAWOHL Auserwählten! Da offensichtlich Neo und Connor MacLeod gerade beschäftigt sind, muss Blake ein paar Hundert Jährchen warten, bis der junge Dave Blakes getarnten Rumpelladen betritt. Dort haut der körperkläusige Dave sogleich auch die sowjetische Schachtelpuppe runter, so dass sich Horvath aus ihr befreien kann. Doch Blake erkennt sofort, dass Dave der Gesuchte ist. Leider ist Dave aber so ungelenk, dass zum Leidwesen Blakes sehr viel Zeit und Geduld in den Auserwählten gesteckt werden muss. Für den Film erstmal gut, da lang und ausgiebig gezeigt werden kann, was dabei so alles schief gehen kann, bevor es zum alles entscheidenden … nein ich weigere mich jetzt und hier diesen Satz zu Ende zu schreiben. Na ja, also jedenfalls ein fluffiger Familienfilm, den man auf Grund seines dünnen Handlungsstranges offensichtlich versucht hat, mit einem Haufen Specialtrallalla voll zu pumpen. Nicht wirklich spektakulär und gegen einen Film wie »Inception« ein ziemlich traurig dreinblickender Streifen. Aber Nicolas ist cool und das Timing des Filmes stimmt auch, dass trotz leichter Schwachbrüstigkeit wenigstens keine Langeweile aufkommt. Bisschen wie ein Coffee to go, sieht cool aus, liegt schön warm in der Hand, schmeckt aber nicht wirklich.
Ray van Zeschau