Sonic Mirror

Dokumentation/Musik, Schweiz/Finnland/Deutschland 2007, 79 min

Über die so genannte Krone der Schöpfung, den Menschen, mag man denken, was man will. Man kann mit vielen Worten versuchen, einige seiner großartigsten Errungenschaften zu beschreiben. Will man jedoch begreifen, welche universelle Leistung des Menschen Fähigkeit bedeutet, unter Zuhilfenahme von Rhythmus und Melodie zu musizieren, braucht es mehr als Worte. Musik ist Magie. Eine Hirtenflöte bezaubert, eine Arie wühlt auf und eine Buschtrommel macht rasend. Die Musik selbst kommt ganz ohne Worte aus und bedeutet doch Kommunikation, wie eine universelle Sprache, die keines Wörterbuches bedarf. Der Weltmusiker und Jazzdrummer Billy Cobham wird in einer schillernd bunten und unglaublich mitreißenden Dokumentation zum Gesandten dieser Botschaft. Er trommelt Synkopen und treibt den New Yorker Star-Trompeter Randy Brecker zu Höchstleistungen an, er erzeugt Grooves auf Kühlerhauben und versetzt Straßenkids damit in Aufruhr oder verwandelt artikulationsarme Autisten mit furiosen Beats in fröhlich schnatternde Tänzer. Cobham stammt aus Panama, wuchs in New York auf und bereiste die Welt, wo er mit Peter Gabriel ebenso gespielt hat wie mit John McLaughlin und Miles Davis. Heute lebt er in der Schweiz. Dort hat ihn Mika Kaurismäki ausfindig und zum Mittelpunkt seiner neuesten Musik-Dokumentation gemacht. Seit ein paar Jahren hat sich der große Kaurismäki-Bruder auf lateinamerikanische Musik und deren afrikanische oder europäische Wurzeln spezialisiert. Der mit vier Sticks gleichzeitig trommelnde Cobham musste ihm einfach über den Weg laufen. Glaubt man einer verwegenen Theorie, ist alle Musik bereits fertig und vorhanden, sozusagen um uns herum. Jeder Mensch kann sie, abhängig von seiner Feineinstellung, empfangen wie mit einer Antenne. Mit einem Sonic Mirror, einem akustischen Spiegel. Cobham dreht quasi überall auf der Welt an den Empfangsknöpfen und Kaurismäki hält das in magischen Bildern fest.

Buch: Mika Kaurismäki, Marco Forster, Uwe Dresch

Regie: Mika Kaurismäki

Kamera: Jacques Cheuiche

Musik: Billy Cobham

Produktion: Doc Productions, Marco Forster, Mika Kaurismäki, Uwe Dresch, Rose-Marie Schneider

Bundesstart: 15.10.2009

Start in Dresden: 03.12.2009