Halbe Treppe

Drama/Komödie, Deutschland 2002, 111 min

Spätestens seit »Nachtgestalten« ist Regisseur Andreas Dresen einer der angesehensten, ambitionierten Regisseure in Deutschland. Mit einem großartigen Gespür bringt er stets tiefgehende Geschichten und Charaktere auf die Leinwand. Eindrucksvoll gelingt ihm dies auch in »Halbe Treppe«, der bereits mit dem Silbernen Bären der BERLINALE sowie dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet wurde.
Zwei Paare in Frankfurt/Oder auf halber Treppe ihres Lebens, wo ein wenig verweilt wird, nachdem sich das Leben seine ureigenen Routinen gesucht hat und wo die Mühen des Existenzaufbaus ihren ersten Tribut fordern. Dort angekommen, gelingt es nicht allen, sich wieder aufzuraffen und weitere Stufen des Weges gemeinsam zu erklimmen. Auch die befreundeten Paare Kukowski und Düring stecken gerade fest. Chris (Thorsten Merten) und Katrin Düring (Gabriela Maria Schmeide) haben sich nicht mehr viel zu sagen, während Uwe Kukowski (Axel Prahl) fast rund um die Uhr in seiner Imbissbude »Halbe Treppe« schuftet und darüber seine Frau Ellen (Steffi Kühnert) und die Kinder vergisst. Kein Wunder, dass sich die vereinsamte Ellen und der auf Abwechslung drängende Chris eines Tages näher kommen. Doch das Verhältnis fliegt auf, und plötzlich scheinen bei allen die Karten neu gemischt zu werden…
Mit »Halbe Treppe« ist Andreas Dresen die wohl authentischste deutsche Kinoproduktion der letzten Jahre gelungen, die aus der Idee entstand, ohne Drehbuch und nur mit einem kleinen Team einen Film zu entwickeln. Ein Experiment, das 12 Filmschaffende auf äußerst persönliche Art und Weise prägten.