Bonnie und Clyde

Kriminalfilm/Drama, USA 1967, 111 min

Im Automobil- und Maschinengewehrzeitalter der 30er Jahre brechen zwei verstörte junge Leute ohne brauchbare Zukunftsvision eine unerbittliche Verfolgungsjagd vom Zaun. Bonnie Parker Faye Dunaway und Clyde Barrow Warren Beatty lassen Hals über Kopf die dumpfe und spießige Provinz hinter sich, um fortan Autos zu klauen, Banken zu überfallen und mehr nebenbei eine Reihe Verfolger (zumeist Staatsbeamte) umzulegen. Die Mischung aus romantisch verklärtem Liebespaar und eiskalt agierendem Gaunerduo bringt das ganze Land in Aufruhr. Je nach Bundesstaat, nach genossener Erziehung oder sozialer Stellung polarisieren sich die Menschen in Freund oder Feind. Letztere überwiegen, als die beiden Flüchtenden zum Freiwild erklärt und erbarmungslos gejagt werden.
»Wenn wir es tun, dann können wir nicht mehr zurück!« Was wie eine Warnung klingt, ist in Wahrheit der letzte befreiende Schritt, der alle Zweifel für immer begraben soll. Und wie sie es getan haben! Sie haben das Kino revolutioniert und begraben. Mit ihnen kamen Kubrick, Peckinpah, Friedkin, Bunuel, Scorsese oder Bertolucci, und es gab kein Zurück mehr. Ein Neues Hollywood schoss sich den Weg in die Köpfe einer neuen Generation frei.
Der Film von Arthur Penn steht längst für ein ganzes Genre ähnlich hoffnungslos-schöner Beispiele vom Ausbrechen aus den geregelten Lebensbahnen der amerikanischen Gesellschaft. Erinnert sei an »The Getaway«, »Thelma & Louise« oder an »Natural Born Killers«. Doch der Charme, welchen »Bonnie & Clyde« aus seinen romantischen Helden und aus seiner unerhörten, vorher nie da gewesenen Unschuld des Verbrechens bezieht, bleibt bis heute ungebrochen. Und unerreicht.

Buch: David Newman, Robert Benton

Regie: Arthur Penn

Darsteller: Warren Beatty, Faye Dunaway, Gene Hackman, Michael J. Pollard, Estelle Parsons, Denver Pyle, Dub Taylor, Gene Wilder, Evans Evans, Ken Mayer

Kamera: Burnett Guffey

Musik: Charles Strouse

Produktion: Tatira-Hiller, Warren Beatty

Bundesstart: 30.06.2005

Start in Dresden: 30.06.2005

FSK: ab 16 Jahren