The Dark

Horror, Großbritannien 2005, 92 min

“Die Toten sind nicht begraben. Sie sind im Baum, der rauscht. - Sie sind im Holz, das ächzt, sie sind im Wasser, das fließt. - Sie sind auch im Wasser, das schläft. - Sie sind im Getümmel, die Toten sind nicht tot.” - Birago Diop.
In Wales, wohin die New Yorkerin Adele (Maria Bello) mit ihrer Tochter Sarah (Sophie Stuckey) reist, nennt man den obenbeschriebenen Ort Annwn, die „Nichtwelt”. Ein Ort ohne Tod und ohne Winter, wo die Gestorbenen Licht, Musik und Farben, Tanz und Essen, sowie körperliche Liebe erwarten. Dort gibt es einen Brunnen, der, mit Wein gefüllt, eine Art Kessel der Wiedergeburt darstellt. Das klingt wie eine wundervolle und anrührende Geschichte, noch dazu, wenn man sich die wie verwunschen wirkende Isle Of Man in der irischen See als Ort der Handlung aussucht. Den kanadischen Regisseur John Fawcett interessierten jedoch mehr die Schafe, die einsamen walisischen Gegenden und ein ganz anderes Element an der Sage. Da heißt es nämlich, wenn jemand gestorben ist, kann man ihn von diesem Ort nur zurückholen, indem sich einer der Lebenden opfert. Wie es der Zufall in solchen Filmen will, verschwindet Sarah wenige Tage nach ihrer Ankunft auf tragische Weise in den Fluten der irischen See. Adele glaubt in der plötzlich auftauchenden Ebrill (Abigail Stone) so etwas wie eine Gesandte ihrer Tochter zu entdecken. Gekommen aus der Nichtwelt, um der Mutter ein Zeichen zu schicken. Selbstverständlich muss Adele zunächst gegen Ungläubigkeit ankämpfen. Diese kommt ausgerechnet in Gestalt ihres Ehemannes daher, wegen dem sie überhaupt an diesen Ort gekommen ist. Doch als ein alter walisischer Farmer glaubt, in Ebrill das Opfer einer längst vergessenen heidnischen Sekte wiederzuerkennen, nehmen die dunklen Ahnungen der verzweifelten Mutter langsam Gestalt an. Trotz kleiner genretypischer Ungereimtheiten zieht uns die Geschichte fortan mit sich in eine sehr dunkle Welt. Nicht zuletzt aufgrund der sorgfältig ausgewählten und schaurig schönen Schauplätze auf der englischen Insel. Bleibt noch zu erwähnen, dass alle Leute vor dem Film gewarnt werden sollten, die Schafe bislang für ganz normale Tiere hielten.