Jugend ohne Jugend

Drama/Thriller, USA/Deutschland/Italien/Frankreich/Rumänien 2007, 124 min

1938, der greise Linguistikprofessors Dominic Matei (Tim Roth) hat sein Lebenswerk, die Interpretation zur Herkunft der Sprache, bisher nicht fertig gestellt. Zu sehr hat ihn auch die Trauer um die Liebe seines Lebens (Unser Rehauge Alexandra Maria Lara), die ihn vor vierzig Jahren verlassen hat, noch beschäftigt. Mit der Erkenntnis, sein Werk nicht mehr vollenden zu können, beschließt er aus dem Leben zu scheiden. Noch bevor er zur Tat schreiten kann, wird er auf offener Straße von einem Blitz getroffen und findet sich darauf mit schweren Verbrennungen im Spital wieder. Als seine Zähne auszufallen drohen, stellt man verwundert fest, dass diese nur ausfallen, um neuen nachwachsenden Zähnen Platz zu machen. Auch fangen die Haare auf seinem Haupte wieder an zu sprießen, und letztendlich steht fest, dass er sich um etwa 40 Jahre verjüngt hat. Derlei Beachtlichkeit finden auch diverse Nazi-Wissenschaftler natürlich nicht ganz uninteressant. Mit Hilfe des behandelnden Professors Staniulescu (Bruno Ganz) gelingt ihm die Flucht vor den Experimenten der Nazis ins Schweizer Exil. Dort trifft er die junge Veronika (ebenfalls Alexandra Maria Lara), die seiner ehemaligen Geliebten zum Verwechseln ähnlich sieht und wie er über eine sonderliche und übernatürliche Gabe verfügt. Auch sie wurde einst vom Blitz getroffen und wird fortan im Zuge von Anfällen immer tiefer auf eine geistige Reise in die Vergangenheit, bis zum Anbeginn der menschlichen Sprache geführt. Eigentlich ein Geschenk für den Professor, doch schnell müssen beide feststellen, dass die Zeit mit sich nicht spielen lässt, da Veronika von Anfall zu Anfall, von Reise zu Reise einen rapiden Alterungsprozess und gesundheitlichen Verfall durchmacht. Matei muss sich nun ein zweites Mal entscheiden zwischen der Liebe und dem Werk seines Lebens.
Kaum hat Francis Ford Coppola nach zehn Jahren Regiepause mal wieder im mit seinem Namenszug beschrifteten Klappstuhl Platz genommen, stehen auch schon die ersten Moserer und Intellektuellencineasten auf dem Plan und mäkeln an seinem Esothriller „youth without youth“ herum. Blöderweise wird aber ein Regisseur wie Coppola immer an seinen Steilvorlagen gemessen und nicht am momentanen Werk, trotz dass Coppolas miesester Film immer noch besser ist als der beste Film von Dominik Graf. Wie auch immer, seien wir also froh, dass Francis uns einen neuen Film schenkt und sich´s nicht mit seinen Weinen allein zu Haus auf dem Sofa gemütlich macht.
Ray van Zeschau