In meinem Himmel

Drama, USA/Großbritannien/Neuseeland 2009, 136 min

1973, die 14-jährige Susie Salmon lebt wohl behütet in einem Vorort Pennsylvanias im Kreise ihrer sie liebenden Familie. Leichten Stress gibt es eigentlich nur, wenn wieder das Geld etwas zu knapp geraten ist. So ist es undenkbar, alle 24 Filme, die Susie gerade mit ihrem neuen Fotoapparat verschossen hat, auf einmal entwickeln zu lassen. Aber dieser kleine Kummer ist schnell vergessen, als sie merkt, dass sich ihre erste Schwärmerei in Gestalt des jungen Ray Singh offensichtlich auch für sie interessiert. Der Tag könnte nicht besser laufen, bis sie auf ihrem Heimweg von der Schule auf den Nachbarn George Harvey (Stanley Tucci) trifft, der sie in einen unterirdischen Bunker unter einem Feld verschleppt, vergewaltigt und tötet. Ihre Leiche bleibt für immer verschwunden. All diese Ungeheuerlichkeiten bekommen wir aber von Susie selbst erzählt, denn sie hat diese Welt noch nicht verlassen, das Jenseits aber noch nicht erreicht. Und sie hat mit dem Leben auf der Erde noch nicht abgeschlossen. Susie befindet sich in einer surrealistischen Zwischenwelt, von der aus sie den Alltag ihrer Familie und des ihres Mörders beobachtet. Währenddessen versucht ihre Familie mit dem Schmerz des Verlustes ihrer Tochter umzugehen, aber auch zu ergründen, was mit ihrem Kind geschehen ist, da die Ermittlungen der Polizei trotz ihrer Ahnung, was passiert sein könnte, ins Stocken geraten sind. Doch Susies kleiner Bruder glaubt, seine Schwester gesehen zu haben und auch ihr Vater meint die Anwesenheit seiner Tochter zu verspüren. Als die eigenen Ermittlungen der Familie erste Früchte tragen, gelingt es dem Mörder zu fliehen. Susie kann aber nur beobachten, nicht helfen oder gar eingreifen. Jahre gehen ins Land, bis ihre Familie wieder neuen Lebensmut schöpft und schlussendlich das Schicksal ihren Mörder überrennt und Susie ihren Frieden mit dem Diesseits schließen kann. Wen Jacksons »Heavenly Creatures« beeindruckt hat, ist hier am richtigen Platz, dem Rest ist eine Herr-der-Ringe-Gegenkur einfach nur zu empfehlen. Eine gefühlvoll sensible Bestselleradaption in gewohnt visuell opulenter Umsetzung.
Ray van Zeschau