Ondine - Das Mädchen aus dem Meer

Drama, Irland 2009, 103 min

Von dem Tag an, als der Fischer Syracuse den Fang seines Lebens gemacht hat, verändert sich alles für ihn und seine kranke Tochter. Dem schmucken Iren geht eine kleine Meerjungfrau ins Netz und wie es sich in einen solchen Fall gehört, hat der Mann keinen blassen Schimmer, wieso die Undine gerade ihn ausgesucht hat. Zu Beginn jedoch sind seine Probleme ganz weltlicher Natur, das Mädchen hat nichts anzuziehen und fleht ihn an, er möge sie vor den anderen verstecken. Natürlich tut er das, wo er sie ja noch gut für eine illegale Einwanderin halten könnte und selbstredend besorgt er ihr Klamotten und ja, verlieben wird er sich auch in sie. Aber damit beginnen seine Probleme erst recht. Und während er sich noch fragt, welchen Teil des Märchens er für sich behalten und welchen er seiner Tochter Annie erzählen soll, beginnt die mit Papas blonder Nixe eine rege Freundschaft zu pflegen. Regisseur Neil Jordan hat ein Händchen für sagenumwobene Geschichten, das macht ihm so schnell keiner nach und man wird sich bis zum Schluss wünschen, dass alles ein wahrhaftiges Märchen ist. Schließlich, das sieht doch jeder, ist sie eine Selkie, die ihrem Namen wirklich alle Ehre macht und dafür sorgt, dass die Netze von Syracuse von nun an prall gefüllt sind. Sie singt die Fische herbei. Angelockt vom Gesang der Sirene werden aber auch Neid und Missgunst der Dorfbewohner und angesichts ihrer Strenggläubigkeit auch deren Aberglaube. Eine gefährliche Mischung braut sich da zusammen. Schließlich will doch jeder das dunkle Geheimnis um die märchenhafte Herkunft der Schönen auf seine Weise lösen. Nicht so Annie, die noch alles so nehmen kann, wie es ist; ganz pragmatisch geht sie die Sache an, schließlich darf man sich von einer Seejungfrau etwas wünschen. Da fallen dem Mädchen, das die Scheidung der Eltern nicht verkraften kann und obendrein an den Rollstuhl gefesselt ist, aber gleich mehrere Dinge ein.