Paul - Ein Alien auf der Flucht

Drama, Großbritannien 2011, 104 min

Roswell New Mexico, Juni 1947, Area 51, Sie wissen schon! Aber was viele nicht wissen, auch in Rosswein, hier gleich um die Ecke, soll im gleichen Jahr ein UFO abgestürzt sein. Von Aliens erfuhr ich dennoch erst im Jahre 88 durch einen Film James Camerons. Ich weiß gar nicht, wie man überhaupt zu DDR-Zeiten Aliens genannt hat? Bürger eines sozialistischen Brudersterns? Keine Ahnung. Na jedenfalls sind seit 1947 ne Menge Alienfilme gedreht worden. Diesmal gibt es wieder was mit Aliens, aber so bissl ET-mäßig auf nettlustig. Die Briten Graeme Willy (Simon Pegg) und Clive Collings (Nick Frost) (»Shaun of the Dead«) sind sehr gute Freunde und so etwas, was man seit kurzem wohl als Nerd bezeichnet. Graeme und Clive sind Comic- und Science Fiction-Freaks und besuchten gerade eine berühmte Comic-Messe in San Diego. Was liegt da also näher, als kurz mit dem Wohnmobil einen Abstecher ins benachbarte Nevada zu machen, um dem von mir zu Beginn dieses Textes erwähnten UFO-Mekka Area51 seine Aufwartung zu machen. Soweit soll es aber erst gar nicht kommen, als plötzlich eine Limousine vor ihnen ins Schleudern gerät und sich im Steppensand überschlägt. Da sie selbstverständlich sofort anhalten um zu helfen, trauen sie ihren Augen und Sinnen nicht, als ein typischer Klischeealien mit dünnen Gliedmaßen und großem Eierkopp aus dem Kraftwagen steigt, sich als Paul vorstellt und die Beiden um ihre Hilfe bittet. Nicht etwa um Unfallhilfe, sondern in Pauls Fall um Fluchthilfe. Paul wurde seit nunmehr 60 Jahren von der US-Regierung auf der Base gefangen gehalten, aus der er endlich entkommen konnte. Trotzdem ist er auf die Hilfe der Erdlinge angewiesen, die ihn an einen Platz bringen sollen, von wo seine Leute ihn abholen können. Für solch eine Mission sind Graeme und Clive natürlich die absolut Richtigen. Einfach wird das Unternehmen aber nicht, denn bereits diverse Bundesbehörden sind Paul dicht auf der Spur, um dem kleinen Mann endgültig den Garaus zu machen. Hinzu kommt dann noch eine junge Kreationistin, die sich u.a. mal gern einen verkassemanduckeln lassen würde, was die Situation auch nicht unbedingt vereinfacht. Das klingt alles nach einer Haufen Menge Spaß, aber isses eigentlich nur bis zu einer gewissen Altersgrenze. Viel mehr hätte man aus den diversen Anspielungen zu anderen Außerirdischenfilmen machen können und schärfer das Humorlaserschwert durchs butterweiche Geschehen brettern lassen. Kult ist der Film nicht gerade, aber für die Vorführung auf der Rückbank eines gehobeneren Mittelklassewagens geht der Spaß schon in Ordnung.
Ray van Zeschau (muss erstmal nach Hause telefonieren)

Buch: Nick Frost, Simon Pegg

Regie: Greg Mottola

Darsteller: Nick Frost, Simon Pegg, Sigourney Weaver, Jane Lynch, Jason Bateman, Kristen Wiig

Kamera: Lawrence Sher

Musik: David Arnold

Produktion: Big Talk Productions, Tim Bevan

Bundesstart: 14.04.2011

Start in Dresden: 14.04.2011

FSK: ab 12 Jahren