I’m Not a F**king Princess

Drama, Frankreich 2011, 107 min

Eine Geschichte, die man sich so kaum ausdenken kann und die Kindheitsgeschichte der Regisseurin. »I'm Not a F**king Princess« handelt von einer 11-Jährigen, die ihrer Mutter Modell steht für Aktfotografien. Klingt unglaublich? Umstritten war es immer, was Irina Ionesco tat. Ihre Tochter Eva posierte in aufwändigen, morbiden Settings, Lolita-ähnlich und verführerisch. Bereits mit elf spielte sie in Filmen von Roman Polanski (»Der Mieter«), aber auch zweifelhaften Werken namens »Spermula«.
Eva ist 1965 geboren und das Verhältnis zu ihrer Mutter Irina prägte nicht nur ihre persönliche Biografie, die Fotoserien sorgten auch für Aufruhr und Diskussionen um Sexismus und Kinderpornografie, unter anderem in Frankreich und Deutschland. Dass das ehemalige Kindermodel Eva selbst diese Geschichte verfilmt hat, muss nicht zwingend zu einem guten Film führen. Doch das Ergebnis ist nicht zur Selbsttherapie geraten, Eva Ionesco (die heute vor allem Schauspielerin und Fotografin ist) hat genug Distanz und die künstlerischen Mittel, daraus eine sehenswerte Geschichte über eine sehr ungewöhnliche Mutter-Kind-Beziehung zu machen.
Isabelle Huppert spielt die Mutter, im Film Hannah genannt. Sie ist eine extravagante Frau, die ihre Tochter Violetta meist in die Obhut der Oma gibt, sich im Pariser Künstlermilieu herumtreibt und von einem Maler aushalten lässt. Violetta ist ein Mädchen in Latzhosen und mit Barbies, für die das Schönsein eine Sache unter vielen ist. Als Hannah das Talent ihrer Tochter entdeckt, nutzt sie die Lust der Kleinen am Verkleiden und Posieren aus, um irritierende und begehrte Bilder zu machen: ein Kind als Verführerin. Als die Bilder eine breitere Öffentlichkeit erreichen und Violetta auf Magazincovers mit sich selbst als Vamp oder mit gespreizten Beinen konfrontiert wird, beginnt sie zu protestieren und schließlich, sich der Mutter zu verweigern. Die ist aber nicht bereit, den lang erträumten Ruhm wieder aufzugeben. Die Musik weist immer wieder auf die Spannung, die hier entsteht, es muss ein Bruch kommen. Denn auch die Intervention des Jugendamtes veranlasst Hannah nicht, der Tochter ihre „normale“ Kindheit wieder zu geben. Sie findet Violetta spießig.
Huppert gibt eine egoistische und rücksichtslose Mutter (der leider gegen Ende des Films eine unnötige Traumatisierung in der eigenen Biografie verpasst wird), Anamaria Vartolomei eine erschreckend überzeugende Violetta, die endlich Aufmerksamkeit von ihrer glamourösen Mutter bekommt. Für sie hoffen wir, dass sie die Regisseurin - wie sie berichtet - gut auf diese schwierige Rolle vorbereitet hat.
Petra Wille