Die Söhne der Großen Bärin

Western/Literaturverfilmung, DDR 1965, 98 min

Als die DEFA 1965 beschloss, dem Western-Genre den ersten eigenen Film - »Die Söhne der Großen Bärin« hinzuzufügen, ahnte kaum jemand, dass der DDR-spezifische „Indianerfilm“ in den nächsten zehn Jahren stets volle Kassen garantieren würde. Anders als in der BRD, wo man sich auf Karl May und dessen erdachte Helden stü(r)zte, ließ man in der DDR die historisch verbürgten Fakten der Vertreibung und letztlich fast vollständigen Vernichtung der nordamerikanischen Ureinwohner in einen Abenteuerfilm einfließen: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die meisten nordamerikanischen Indianerstämme der Übermacht der Weißen erlegen sind, behauptet ein kleiner Dakota-Stamm noch seine Freiheit. Doch die Weißen haben von einer Goldader in den Rocky Mountains Wind bekommen und versuchen, die Indianer aus ihrem vertraglich zugesicherten Gebiet zu vertreiben. Als Häuptling Tokai-ihto durch Verrat gefangen genommen wird, ist es für die Weißen leicht, den Stamm zu besiegen. Die Indianer werden in ein Reservat umgesiedelt, aus dem sie jedoch unter Führung Tokai-ihtos nach Kanada fliehen. Red Fox (Jiri Vrstala), ein skrupelloser weißer Siedler, sammelt Kopfgeldjäger um sich, und am Ufer des Missouri kommt es zum letzten, erbitterten Kampf der beiden Männer...
Dem Drehbuch für Die Söhne der Großen Bärin lag der gleichnamige Roman von Liselotte Welskopf-Henrich zu Grunde. Die 1901 geborene Autorin konnte auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen, die sie bei den Native Americans sammelte. Die Helden ihrer Werke gaben ihr in den 60er Jahren den Ehrennamen „Lakota-Tashina“ (Schützende Decke). Für die Hauptrolle des jungen Häuptlings verpflichtete man den Jugoslawen Gojko Mitic. Der einstige Sportstudent startete als Tokai-ihto in der DDR eine Karriere. Bis 1975 entstand jährlich ein Indianerfilm mit dem beliebten „Gojko“ in der Hauptrolle.