Liebe

Drama, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012, 127 min

Wie der Titel schon ahnen lässt, handelt es sich bei der deutsch-französisch-österreichischen Koproduktion um einen Liebesfilm. Nach »Das weiße Band« ein neuer Film von Michael Haneke. Großartig besetzt mit Jean-Louis Trintignant und Isabelle Huppert u.a.
Georg (Jean-Louis Trintignant »Das wilde Schaf«) und seine Frau Anna (Emmanuelle Riva »Hiroshima, mon amour«), beide schon über achzig, sind kultivierte Musikprofessoren und im Ruhestand.
Die Tochter Eva (Isabelle Huppert »Die Klavierspielerin«, »8 Frauen«, César für »Biester«), ist ebenfalls Musikerin und lebt mit ihrer Familie im Ausland. Ihr Mann Alexandre schließt den Kreis als Starpianist. Hin und wieder schauen sie bei Evas Eltern vorbei. Trotz ihres hohen Alters genießen Georges und Anna das gemeinsame Leben. Sie lieben sich und einer ist für den anderen da.
Plötzlich erleidet Anna einen Schlaganfall. Unterhalb der Hüfte ist sie von nun an halbseitig gelähmt. Mit großer Hingabe und bedingungslos kümmert sich Georges im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten um Anna. Allerdings verschlimmert sich der Zustand seiner Frau zusehends und ihm werden die Grenzen seiner eigenen Kraft bewusst. Georg schafft es nicht mehr allein und nimmt die Hilfe von Pflegepersonal in Anspruch. Damit scheint die einst glückliche Beziehung zu zerbrechen.
Der Beginn einer Bewährungsprobe für die Liebe der Beiden.
Michael Haneke thematisierte bereits Tabus und führte Regie bei »Funny Games« oder »Cache«. In seinem neuen Film geht es natürlich um Liebe, aber er setzt sich auch mit dem Thema Sterben und Tod auseinander. Dem Österreicher gelingt das, ohne ins Sentimentale zu gelangen, mit Lebensfreude und sehr warmherzig. Eine respektable Leistung.