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Babylon - Rausch der Ekstase

Drama, USA 2022, 189 min

Wenn der „erst“ 37 Jahre alte Damien Chazelle in Personalunion als Drehbuchautor und Regisseur auftreten darf, entsteht etwas Großes. Das war bei »Whiplash« so. Das war bei »La La Land« so. Nun folgt mit »Babylon« und einem Budget von 78 Mio. US-Dollar ein noch bildgewaltigeres Unterfangen mit Chazelle erneut federführend in schreibender und dirigierender Funktion. Er entführt uns in die 20er-Jahre, die goldene Ära Hollywoods, in der die ersten Tonfilme den Stummfilm ablösen und eine neue Branche entstehen lassen. Diese Ära war nicht nur für ihre legendären Partys und ihre ungezügelte Dekadenz und Verderbtheit bekannt, sondern auch für ihre transgressiven Filminhalte.
Vor 1934 und neuen, zensierenden Richtlinien konnten Filme Nacktheit, obszöne Gesten, homosexuelle Beziehungen, Ehebruch, Vergewaltigung, Abtreibung und Drogenkonsum zeigen oder andeuten. In solch einer (End)zeit des zügellosen Hollywoods folgen wir einem Star-Ensemble um Margot Robbie, Brad Pitt, Olivia Wilde und Tobey Maguire, wie sie diesen Umbruch mit all seinen Risiken und Chancen navigieren. Übergroßer Ehrgeiz und unverschämte Exzesse umrahmen den Aufstieg und Fall dieser Charaktere in einer Ära eines Filmmekkas, wie wir es nicht mehr kennen. In einem Podcast verriet Chazelle, dass er sich für sein Skript von „Babylon Berlin“ inspirieren ließ. Ein weiterer Trivia Fakt? Robbie und Pitt spielten zuvor die Hauptrollen in Tarantinos »Once Upon a Time in Hollywood«, der 1969 in einer anderen Endzeit - der des zweiten goldenen Zeitalters Hollywoods - spielt. Hoffentlich lässt Pitt in »Babylon« keinen Hund los…
Viktoria Franke