Monsieur Robert kennt kein Pardon
Endlich, endlich kann Robert Poutifard (Christian Clavier) in Rente gehen. Nach gut 30 Jahren treuer Dienste als Lehrer an einer Grundschule will er seinen Ruhestand genießen. (Welch komfortable Rentenbedingungen in Frankreich!) Den Genuss verspricht er sich allerdings nicht von einem beschaulichen Leben, vielmehr will er noch drei Rechnungen mit ehemaligen Schülern begleichen, die ihm besonders übel mitgespielt haben. Sie waren es, die ihn seiner Meinung nach um die Liebe seines Lebens zu einer Kollegin aus Québec gebracht haben. Der alte Lehrer will nichts Geringeres, als den kleinen vorlauten Gören von damals die Karriere und ihr erfolgreiches Leben zerstören. Im Visier hat Monsieur Robert den erfolgreichen Chefkoch Anthony, ein inzwischen populäres Influencer-Zwillings-Pärchen und Audrey, eine Pop-Diva. Roberts Mutter Huguette (Isabelle Nanty) erweist sich als seine überraschend versierte Komplizin. Digital äußerst gewandt, mit einem teuflisch guten Händchen für Manipulationen, verschiebt sie die Grenzen dessen, was man einem Rentnerpaar an Social-Media-Kompetenz zutraut.
Regisseur Pierre-François Martin-Laval inszeniert diese Ausgangslage als satirische Versuchsanordnung über Kränkungen, die nicht altern wollen und setzt ganz auf Christian Clavier (»Monsieur Claude«). Der spielt hier keinen charmant grantelnden Patriarchen sondern einen Mann, dessen Verbitterung sich in pedantischer Präzision organisiert. Was bleibt von einer Kränkung, wenn man sie jahrzehntelang konserviert? Zwischen Küchenstudio, Influencer-Villa und Musikbusiness entfaltet sich eine Komödie, die weniger auf Tempo als auf Beharrlichkeit setzt - und auf die eigentümliche Energie eines Mannes, der nicht vergessen hat.
Grit Dora
Buch: Daive Cohen, Pierre-François Martin-Laval, Jean-Claude Mourlevat
Regie: Pierre-François Martin-Laval
Darsteller: Christian Clavier, Isabelle Nanty, Jennie-Anne Walker, Roby Schinasi, Kezia Quintal, Salomé Partouche, Noémie Chicheportiche
Kamera: Nicolas Gaurin
Musik: Pascal Lengagne
Produktion: Les films du premier, Les films du 24, Umedia
Bundesstart: 05.03.2026
Start in Dresden: 05.03.2026
FSK: ab 12 Jahren