Donnerstag, 15.Oktober 19:30 Programmkino Ost

Premiere in Anwesenheit des Regisseurs Volker Schlöndorff

Heimsuchung

Drama, Deutschland 2026

Ein Haus am See, viele wechselnde Besitzer im Lauf der Jahrzehnte, die zu einem Jahrhundert deutscher Geschichte werden. Volker Schlöndorff hat Jenny Erpenbecks Bestseller „Heimsuchung“ verfilmt. Ein Grundstück nahe Berlin ist der Schauplatz wechselnder Lebensgeschichten. In den 1930er Jahren gehört ein Teil des Bodens dem jüdischen Tuchfabrikanten Arthur Engel (Ulrich Matthes). Ein Architekt (Lars Eidinger) baut mit seiner Frau (Susanne Wolff) ein modernes Haus. Nach dem Krieg versucht er, in Ostberlin Fuß zu fassen, scheitert am DDR-System und geht in den Westen. Später zieht hier eine Schriftstellerin (Martina Gedeck) mit ihrem Mann ein. Die beiden haben das NS-Regime im sowjetischen Exil überlebt. Ihre Enkelin verbringt hier die Sommer bis zum Mauerfall.
Das Haus bleibt, die Menschen wechseln. Die politischen Verhältnisse verändern die Besitzverhältnisse - und das, was man Heimat nennt. Regie-Altmeister Volker Schlöndorff erzählt nicht chronologisch die deutsche Geschichte nach, sondern lässt sie durch die Biografien seiner Figuren hindurchlaufen: Vertreibung, Krieg, DDR, Wiedervereinigung. Was zunächst nach Idylle aussieht, wird von Rissen durchzogen, zerbricht. Schlöndorff, seinerzeit mit dem Oscar für die Verfilmung von Günter Grass‘ Roman »Die Blechtrommel« und mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet, widmet sich nochmals einem Jahrhundert-Roman. Es kann ihm nicht schwer gefallen sein, großen Namen zu gewinnen. Er rief und sie kamen alle: Neben Gedeck, Eidinger und Matthes spielen Michael Maertens, Detlev Buck, Angela Winkler, Ludwig Trepte und Maria Matschke.
Grit Dora