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The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit

Drama/Historienfilm, USA 2016, 120 min

Der Film »The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit«, der bereits viele Preise auf den Sundance Filmfestspielen 2016 abgeräumt hatte, ist in vielerlei Hinsicht provokant. Nicht nur wegen seines Titels, der sich spöttisch auf den als rassistisch geltenden »Geburt einer Nation« von 1915 bezieht, sondern auch wegen seiner nicht vorhandenen aber als sicher geglaubten Oscar-Nominierungen. Doch das Provokanteste ist die Geschichte des Film selbst.
Anfang des 19. Jahrhunderts in Virginia gehört Nat Turner (Nate Parker) zu den wenigen Afroamerikanern, welche lesen können. Die Mutter des Plantagenbesitzers Samuel Turner (Armie Hammer) legt dem Sklaven Nat nahe, die Bibel zu studieren. Als Samuel unter Geldmangel leidet, verleiht er Nat als Bibellehrer an andere Plantagen, um so die Sklaven zu guten Christen zu erziehen. Doch das Ausmaß der Sklaverei, was Nate jetzt erkennt, verändert ihn und er beginnt sich zu wehren. Gerade dieses Wehren beinhaltet die größte Provokation des Films. Hier wird sich nicht wie sonst üblich ‘human’ gegen die Unterdrücker gewehrt, sondern man zahlt die Grausamkeit mit gleicher Münze zurück. So schafft es der Film auf zweierlei Arten, dem Zuschauer einen Kloß im Hals zu erzeugen. Nicht nur durch die explizite Darstellung der Sklavenhaltung (ein Kapitel der amerikanischen Geschichte, das niemals vergessen werden sollte), sondern auch die zurückschlagende Grausamkeit der Unterdrückten. So ist der Film »The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit« definitives Gänsehautkino, das zur richtigen Zeit in die richtige Kerbe schlägt. Hollywood braucht mehr solche mutigen Filme.
Doreen