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Gimme Danger

Dokumentation/Musik, USA 2016, 108 min

Eigentlich ist es draußen noch zu kalt für diesen Film. Eine Dokumentation über den Rock - Punk - Blues der verschwitzten späten 60er Jahre mit einem Frontmann namens Iggy Pop im Fokus schreit ja förmlich nach einem Bier zu viel, etwas zur Stimmungsaufhellung und vor allem: T- Shirt aus!
Regisseur Jim Jarmusch ist nur 5 Jahre jünger als der drahtige Sänger und teilt mit Iggy die Leidenschaft für Musik. Schon 1997 begleitete er in »Year of the Horse« eine Konzerttournee von Neil Young & The Crazy Horse, drehte unter anderem Musikvideos für die Talking Heads, Tom Waits und Jack White und schrieb für viele seiner Filme die Musik selbst.
All die Jahre hat er seine ""Lieblingsband"" begleitet, Interviews geführt, Konzerte gefilmt, Material gesammelt. Iggys Band, The Stooges, waren seinerzeit, Ende der 60er, ein wilder Haufen, der den Rock'n'Roll auslebte und der prüden amerikanischen Öffentlichkeit gehörig ins Gesicht spuckte. Und Schluss mit Flower Power.
Iggy war dabei nie zimperlich, das Einschmieren seiner nackten Brust mit Erdnussbutter war zwar schon verrückt, aber sich mit Glasscherben Schnittwunden zuzufügen, war schon ein großes Kaliber für eine Bühnenshow. Dann trennte man sich, Iggy wurde zur Künstlermuse und zum eigenen Kunstwerk mit The Velvet Underground. Noch mehr Exzess, noch abgedrehtere Musik. Aber Iggy hat überlebt, seltsamerweise. 2003 dann die Wiederkehr der Stooges. Die alten Mitglieder Ron Asheton und Scott Asheton sind erneut mit dabei, 2010 werden sie in die Hall of Fame aufgenommen, Ron erlebt es nicht mehr mit. 2014 ist auch für Scott die Show vorbei. Heute ist nur noch einer der originalen Stooges am Leben, Iggy Pop. Und mit ihm geht Jim Jarmusch auf die Reise in die Musikgeschichte jener Zeit, bis heute.
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