TRAILER

Girls Night Out

Komödie, USA 2017

Manchmal übertreiben es die deutschen Verleihfirmen aber auch mit ihrer Übersetzungskunst. Wobei, wenn aus dem US-Titel »Rough Night« in Deutschland »Girls’ Night Out« wird, hat das ja mit einer klassischen Übersetzung herzlich wenig zu tun. Eher mit Verschönharmlosigung. Immerhin erklärt die deutsche Englischübersetzung in drei Wörtern, um was es geht: Hangover für Frauen - mal wieder. Zugegeben, dank Scarlett Johansson, Zoë Kravitz und der US-Komikerin Kate McKinnon ist es eine urkomische, sehenswerte Besetzung. Aber hätten die Entscheider den Originaltitel beibehalten, dann wäre schnell klargewesen, dass hier der Kater am nächsten Tag noch ein wenig mehr schmerzen wird als seinerzeit bei den Herren. Eine „raue Nacht“ wird dieser Junggesellinnenabschied nämlich nicht nur aufgrund des exzessiven Alkohol- und Drogenkonsums, sondern vor allem aufgrund der Leiche im Wohnzimmer. Der obligatorische Stripper kann es mit der überschwänglichen Sexualität der Damen schlichtweg nicht aufnehmen und segnet halbnackt bei einem Unfall das Zeitliche. Die Leiche muss nun also schleunigst weg. Und (film)erfahrungsgemäß hat man die besten Ideen zur Leichenbeseitigung ja ohnehin erst mit Alkohol und Drogen im Blut. Kennt man schon? Richtig, 1998 kam ein ähnlicher Stripper-Unfall schon als »Very Bad Things« ins Kino - damals noch mit umgekehrten Geschlechterrollen und einer biestigen Cameron Diaz als Ehefrau. Während »Very Bad Things« im Filmverlauf richtig böse und verrückt wurde, haben die Mädels im aktuellen Film neben all der Panik vor allem eins: Einen Heidenspaß. Darauf Prost!
Viktoria Franke