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Denk ich an Deutschland in der Nacht

Dokumentation/Musik, Deutschland 2017, 105 min

Techno ist eine Installation. Techno ist ein Monument. Zitierte man Beuys, könnte man Techno auch eine soziale Plastik nennen. Gelegentlich gelangt das zuckende Leiber-Wesen zu einem kollektiven Höhepunkt, den die Schweizer DJane Sonja Moonear besonders mag. Der renommierte Filmregisseur und erklärte Techno-Liebhaber Romuald Karmaker kommt nicht los davon, die Magie dieses tanzenden Wesens beschreiben zu wollen. Karmaker gehört mittlerweile mit seiner Kamera zur Szene. Seine Bilder atmen den Flow und er gibt ihnen die dafür notwendige Zeit. Versiert splittet er dabei Audiospuren, nimmt auseinander, was der DJ gerade zusammenführt. Zwischendurch verfolgt er gestandene Größen des Techno in ihre Refugien. Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel oder David Moufang sind von Anfang an dabei. Die Gespräche führen von den Klubs, von der Arbeit, scheinbar fort ins Nichts. Karmaker lässt sie einfach kreisen, doch hier und da ändern sie plötzlich die Richtung. Gedanken verschmelzen auf der Tonspur, eine neuer Beat entsteht. Ricardo Villalobos nennt die Party eine Wertegemeinschaft, bei deren Geräuschen eine Basisdemokratie entsteht. Abstimmung mit den Körpern. Ganz nebenbei, das momentan, weltweit erfolgreichste Kulturgut aus Deutschland. Kaum denkbar, dass die Tanzwütigen dieser Welt Heines Nachtgedanken in ihrer Gänze wiedergeben könnten, doch um den Schlaf gebracht sind sie allemal.
Alpa Kino

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Regie: Romuald Karmakar

Darsteller: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel, David Moufang/Move D

Bundesstart: 11.05.2017

Start in Dresden: 11.05.2017

FSK: o.A.