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Wilson - Der Weltverbesserer

Komödie/Drama, USA 2017, 95 min

Erinnert ihr euch noch an Jim Carrey in »Der Dummschwätzer«? Der Wunsch seines Sohnes zwang Carreys Figur, 24 Stunden lang die Wahrheit zu sagen, ob er wollte oder nicht. Bei Wilson ist das ähnlich, nur dass kein kindlicher Fluch auf ihm liegt, sondern er einfach von Natur aus ein Arsch ist. Und das scheinbar sein ganzes Leben lang. Einer, der jedem ungefragt seine Meinung aufdrückt, viel zu nah beim Sprechen auf die Pelle rückt und sich dabei selbst noch für ziemlich clever und liebenswürdig hält. Glücklicherweise wird Wilson, der nerdige Brummbär ""mittleren Alters"" von Woody Harrelson dargestellt, und wer mag Woody bitte schön nicht?! Dabei überzeugt er als Nervensäge, die ihre Impertinenz bis ins Unerträgliche steigert. Das ist oft lustig, aber bisweilen auch anstrengend anzusehen. Die Figur selbst entstammt der gleichnamigen Graphic Novel von Daniel Clowes, die der amerikanische Autor 2010 veröffentlichte. Und wie im Buch, scheitert Wilson im Film immer wieder an sich selbst, doch seine Ziele sind ehrenhaft. Immerhin erfährt er auf der Suche nach seiner Ex-Frau Pippi (Laura Dern), dass er eine 17-jährige Tochter hat, die bei Adoptiveltern aufgewachsen ist! Und das bedeutet - alle müssen nun eine Familie werden, ob sie wollen oder nicht. Ob mam natürlich die Liebe der fremden Tochter gewinnt, in dem man ihre nilpferdartige Gestalt erwähnt und erklärt, dass die (nun) schlanke Mutter früher auch sehr fett war, glaubt nur Wilson selbst. Und warum man zum lustig-nervigen Charakter noch eine nervtötend schrille Synchronstimmlage für Harrelson gewählt hat, weiß wahrscheinlich nur das Studio. Das Original ist eben (manchmal-oft) besser.
Pinselbube