Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2

Abenteuer/Action, USA 2006, 150 min

Ja, ja, jawohl, gib mir ein Leitbild für die Welt. Ein laszives und gehauchtes …ooahh ging durch die Damenwelt als es hieß: Capt´n Jack is back! Jaaa, Tschuldigung in der Welt der männlichen Homosexualität natürlich auch. Mit Johnny Depps Rückkehr als Käpt´n Jack Sparrow ist eigentlich alles gesagt und ich könnte hier auch aufhören zu schreiben, denn das ist karibiksonnenklar: Der Film ist sooo suupii, so ne Messe und Lecke, dass da auch ohne meinen Geistesquark jeder ins Kino gehen wird. Da ich aber für so wenige Zeilen ganz wenig Geld bekommen würde, wäre ich gezwungen, auf Schatzsuche zu gehen. Da das aber vollkommener Quatsch ist, bleibe ich also, meinem Alter angemessen, in meinem auf angenehme 19 Grad Celsius temperierten New Yorker Büro im 26. Stock sitzen, lasse meinen lasziven Blick über den Central Park schweifen und schreibe noch ein paar nette Zeilen. Aber das wollten Sie glaub ich jetzt nicht wissen. Gut, ging es im ersten Teil noch lose um wirkliche Schatzsuche und seine Schattenseiten, bedient sich Teil zwei aus dem Nähkästchen der Seefahrerklamotten, Kotten und anderer Überlieferungen. Gerade noch ist der leicht angeschwuppte Captain Jack Sparrow dem Fluch der Black Pearl entronnen, steht er auch schon in der lebenslangen Schuld eines Herren Davy Jones Bill Nighy, seines Zeichens Kapitän der Flying Dutchman. Dabei handelt es sich nicht um die im 1/8-Finale rausfliegenden Holländer, sondern um das gleichnamige Schiff, das immer wieder gern auf den 7 Weltmeeren und auf den Opernbühnen gesichtet wird. Eine Sichtung auf offenem Gewässer hat allerdings zur Folge, dass man gleich absaufen wird. Ein Absaufen nach dem Opernbesuch hingegen ist nur der eigenen labilen Persönlichkeit oder wenigstens der nervenden Penetranz des trinkfreudigen Freundeskreises zuzuschreiben. Corvettenkapitän Davy Jones sieht aber ziemlich scheiße aus, da man ihm irgendwie einen Tintenfisch ins Gesicht genäht hat, was nicht wirklich zu einer prima Physiognomie beiträgt und sicherlich Jack Yves Cousteau verärgert hätte. Neptun sei seiner Seele gnädig. Aber nicht genug mit dem ganzen über die Maßen unterhaltsamen Gemache und Gemähre, Jacks Probleme, die über die Vorstellungskraft jeglicher X-Akten hinausschießen, bedrohen auch noch die Hochzeit seiner Freunde Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley), die ständig in die andauernden Eskapaden des Kapitäns im Keith Richard-Look mit hineingezogen werden. Da all diese existenziellen Probleme nicht an einem Kinoabend gelöst werden konnten, hat das Team gleich weitergedreht, und wir dürfen auch 2007 wieder auf die Klärung eines nautischen Sachverhaltes gespannt sein. Leinen los.
Ray van Zeschau, Abteilungsleiter für Fortsetzungen und Remakes